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Hagenower Kreisblatt

20. November 2017 | 08:52 Uhr

Neuhaus : Neue Pläne für den „Schandfleck“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Gemeinde überlegt das Gelände der ehemaligen Kuhstallanlage Gülze zu kaufen.Sanierung des Geländes ist allerdings weiter ungewiss

svz.de von
erstellt am 14.Jul.2017 | 12:00 Uhr

„Es ist ein Schandfleck.“ Das sagen die meisten Neuhauser zur ehemaligen Kuhstallanlage Gülze an der B 195. Gerade weil Besucher, die aus Richtung Sumte kommen, die Anlage als erstes sehen, wenn sie in Neuhaus ankommen. Seit Jahren werden sie so von einer Brandruine und verwitterten Baracken begrüßt. Werbung für die Gemeinde ist das wahrlich nicht. Dabei hatten viele 2013 die Hoffnung, dass sich etwas ändert. Damals wurde das Grundstück zum Preis von einem Euro an einen niederländischen Unternehmer verkauft, der in der Landwirtschaft aktiv ist. Getan hat sich auf der Gülze allerdings nicht viel. Die Brandruine beispielsweise, eine ehemalige Scheune, steht bis heute.

Und getan hat sich auch nicht wirklich etwas, weil das gesamte Gelände offenbar belastet ist. Eine Untersuchung des Bodens hätte Asbestfunde und sehr hohe Werte an Ammonium–Verbindungen ergeben, teilte der Fachdienst Umwelt vom Landkreis Lüneburg der Gemeinde mit, wie aus Unterlagen der Verwaltung hervorgeht. Und das End–Ergebnis liegt noch nicht einmal vor, wie es weiter darin heißt. Überraschend ist der Befund aber nicht. Die Anwohner „erinnern sich, dass vor Jahren Asbestplatten von den Dächer genommen wurden und das zerkleinerte Material in die Güllekanäle verfüllt wurde“, hieß es schon in einem SVZ–Artikel von April 2014.

Somit dürfte wohl schon damals klar gewesen sein: Die Flächen ohne geeignete Sanierungsmaßnahmen zu nutzen, ist nicht möglich. Die sind allerdings teuer, und das hat wohl auch den Eigentümer, einen Sohn der Familie Bergsma aus Ortkrug bei Lübesse, abgeschreckt. Auf seinen Wunsch hin habe es im November 2016 ein Gespräch mit der Bürgermeisterin Grit Richter und Bettina Blankenhagen aus dem Fachbereich Bau gegeben, steht in einer Beratungs–/Beschlussvorlage des Rates der Gemeinde. Und bei diesem sind sich die Beteiligten laut der Unterlagen offensichtlich einig geworden. Die Gemeinde kann die Gesamtfläche von knapp 27 500 Quadratmetern und die dazugehörigen Gebäude für einen Euro erwerben, sofern dem Eigentümer keine weiteren Kosten entstehen. Das heißt, die Notar– und Grundbuchkosten sollen übernommen werden.

Und trotz Minus in den Kassen, kann die Gemeinde sich wohl vorstellen, auf den Deal einzugehen. „Seit Jahren ist die ehem. Kuhstallanlage, Gülzer Weg ein Schandfleck... An jedem Gebäude auf dem Gelände sind bauordnungswidrige Zustände eingetreten (z.B. eingestürzte Außenwände). Jauchegruben auf dem Grundstück sind teilweise nicht ordnungsgemäß geschlossen. Auf dem ganzen Gelände wurden wahllos z.T. asbesthaltiger Bauschutt und Schrott gelagert. Eine mit Asbestzement eingedeckte ehemalige Scheune ist abgebrannt. Sämtliche Brandreste liegen im Bereich der Brandruine und sind der Witterung ausgesetzt. Zur Sicherung des Grundstückes wurde seitens des Landkreises Lüneburg eine großräumige Absperrung verfügt. Weitere Ordnungsrechtliche Maßnahmen, wie eine Sanierung des Grundstückes durch den Eigentümer, sind nicht durchsetzbar“, so die Begründung.

Einfach die Flächen weiterverkaufen oder verpachten, wird somit aber wohl sehr schwierig. Wer möchte schon ein Grundstück übernehmen in das erstmal hunderttausende Euro investiert werden müssen, um es überhaupt zu nutzen. Die Gemeinde selbst wird sich die Sanierung nicht leisten können und wäre auf finanzielle Hilfe angewiesen. Und ob es die gibt, von wem auch immer, ist ungewiss. Interessenten an der Fläche, sofern diese bereinigt ist, gibt es aber mit Sicherheit.

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