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Erinnerung an Gründungsjahre : Neue Heimat: Vom Acker zur Gartenoase

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Kleingartenanlage „Neue Heimat“ feiert am 24. Mai ihr 50. Jubiläum

von
erstellt am 21.Mai.2014 | 15:59 Uhr

Hagenow  Ende Mai war das Stück Acker an der damaligen Fernverkehrsstraße abgemäht, der Boden musste ein wenig mürbe sein. Dann wurden zügig nach einem Gittersystem die Gärten im Mai 1964 angelegt, die meisten 200 Quadratmeter groß. Platz für ein paar Beete, ein wenig Grün, und ein Gartenhäuschen sollte draufpassen. So begann das Leben in der Kleingartenanlage, die nach dem benachbarten Wohngebiet Neue Heimat benannt wurde. Es gab mehr Bewerber als Gärten, es gab früh Regeln und auch ein paar Entbehrungen. Extra für die SVZ erzählen Joachim Pohl (seit 1989 in der Anlage und seit acht Jahren im Vorstand) Willi Bockentin (79 Jahre alt und seit Anfang an dabei) und Walter Gogolin sowie  Sabine Prillwitz über die Geschichte ihrer Oase. Denn das ist die Anlage mit ihren 206 Parzellen zweifelsohne. Dass sie einst auf dem Acker vor der Stadt entstand, sieht man ihr schon lange nicht mehr an.

Der Anfang, so berichten alle, war beschwerlich. So wurde die Wasserleitung erst vier Jahre nach der Gründung gelegt, Strom in der Anlage gab es sogar erst ab 1983. Hochstämmige Obstbäume, ein Mindestabstand für die Bepflanzung an den Grundstücksgrenzen, ein Verbot Tannen zu pflanzen, das gab es schon früh. Und diese Regeln haben sich bewährt, genau wie die, dass im Garten nicht alles nur Rasenfläche sein darf. Aus den Neugärtnern, die damals ausgelost wurden, ist längst so etwas wie eine verschworene Gemeinschaft von Nachbarn im Grünen geworden. Von denen, die 1964 begannen, sind heute immer noch 18 als Kleingärtner in der Anlage aktiv. Die Plätze waren so begehrt, dass die Anlage mehrfach erweitert werden musste, begonnen hatte man mal mit 135 Parzellen.

Natürlich passierte die Gründung der Kleingartenkolonie damals mit höchste Genehmigung und Förderung durch die SED-Kreisleitung und natürlich waren die  Arbeitseinsätze so genannte NAW-Projekte. Dem Zusammenhalt hat das nicht geschadet.

Auch wenn heute  der Ansturm auf  Kleingärten nicht mehr ganz so groß wie zu früheren Zeiten ist, so erfreut sich die Neue Heimat doch einer guten Auslastung. An vielen Stellen hat bei den Gärtnern ein  Generationswechsel stattgefunden, die Nähe zum Wohngebiet hilft noch immer.

Am kommenden Sonnabend gibt es nun ab 10 Uhr die große Feier zum 50. Jubiläum: die Bürgermeisterin ist eingeladen, der Vorsitzende des Regionalverbandes der Kleingärtner will kommen, eine Festrede ist vorbereitet, ein kleines Kulturprogramm dazu, alte Bilder werden gezeigt. Dennoch soll es gemütlich bleiben in der Klause, die auch erst viel später entstand und  1985 fertig gestellt wurde. Denn das Wichtigste ist und bleibt für den Gärtner sein Stück Grün, der Platz in der Natur zur aktiven Erholung.

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