Neue Heimat für das Theater

Kreistag beschließt Kauf der Elde-Mühle in Parchim / Landrat: Riesenschritt für den gesamten Landkreis

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12. Juni 2015, 15:58 Uhr

Das Stück um die aus ihrer Bühnenheimat vertriebenen Parchimer Theaterleute wird definitiv keine Tragödie: Der Kreistag stimmte am Donnerstagabend dem Kauf des Elde-Mühlen-Grundstücks in Parchim zu. „Das ist ein Zugewinn für den gesamten Landkreis“, freute sich Landrat Rolf Christiansen (SPD) gestern. Vom ersten Tag der baupolizeilichen Schließung der Hauptbühne des Mecklenburgischen Landestheaters an hatte Christiansen ein klares Ja zum Theaterstandort Parchim abgegeben. Das war im Januar 2014. Dem Kauf müssen jetzt Umbauarbeiten folgen.

„Der Kauf des Mühlengrundstücks ist ein Riesenschritt in Richtung Theaterzukunft“, sagt Intendant Thomas Ott-Albrecht. Damit sei die Grundfrage geklärt, wohin das Mecklenburgische Landestheater MLT gehöre. Außer Frage stehe, dass das Ensemble weiter im ganzen Land und Landkreis unterwegs sei. Auch die künftige Zusammenarbeit mit dem Schweriner Staatstheater sei auf einem guten Weg: „Wir führen intensive und konstruktive Gespräche mit dem designierten Intendanten des Staatstheaters Schwerin.“ Die Elde-Mühle biete Chancen für neue inhaltliche Schwerpunkte: „Eine deutliche Aufwertung.“

Die Weichenstellung in Richtung Mühlen-Theater sei bedeutsam für den gesamten Landkreis als Wirtschaftsfaktor, betont SPD-Kreistagsfraktionvorsitzende Dr. Margret Seemann: „Kulturangebote sind ein wichtiger Standortfaktor.“

Landrat Rolf Christiansen: „Wir nutzen unsere Stärken im Landkreis. Das ist eine Stärke.“ Wolfgang Bohnstedt, Fraktionsvorsitzender der Linken, sieht mit der Entscheidung pro Mühle die Region gestärkt, zumal auch ein Industriedenkmal erhalten werde, das neben dem Theater weiteren Platz für Kulturangebote biete. Dirk Johannisson, 2. Stadtrat in Parchim, sieht in der Entscheidung des Kreistages eine große Chance für die gesamte Region: „Wenn alles klappt, haben wir eine Riesenkuh vomEis.“ Die Stadt Parchim als Teil des Theater-Zweckverbands hat bereits beschlossen, 30 Prozent der Umbaukosten zu übernehmen – statt der verpflichtenden 20 Prozent. Die Landesregierung hatte vor einer Woche zugesagt, den auf maximal acht Millionen Euro geschätzten Umbau mit fünf Millionen Euro zu unterstützen. CDU-Fraktionschef Wolfgang Waldmüller: „Das Geld kommt aus dem Ressort des Wirtschaftsministers.“

Das Landestheater musste im Januar 2014 seine marode Hauptbühne sperren. Seitdem sind mehrere Varianten diskutiert und untersucht worden. Am ursprünglichen Standort wären die Sanierungs-Kosten ohne großen Raumgewinn aus dem Ruder gelaufen. Einen Theater-Neubau am Raiffeisenring westlich von Mc Donald’s wollte niemand. Als Favorit blieb die Elde-Mühle, die jetzt das Rennen machte. Wenn es gut läuft, so die Schätzung von vor ein paar Monaten, könnte sich Ende 2016 in der Elde-Mühle der Vorhang für die erste Premiere heben. Wenn es dann doch eine Tragödie wird, wäre es trotzdem das glückliche Ende der Odyssee einer im gesamten Landkreis geliebten Theatertruppe.

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