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MV-Erstaufnahmeeinrichtung für Migranten und Flüchtlinge : Neue Gesichter in Horst an der B 5

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Neu Gesichter gibt es beinahe täglich in Horst an der B 5. Im Schnitt bitten hier aktuell rund zehn Menschen am Tag um Asyl. Sie kommen jetzt vor allem aus Mazedonien und Serbien sowie aus Syrien, Afghanistan und Ghana.

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erstellt am 16.Okt.2012 | 06:46 Uhr

Horst | Neu Gesichter gibt es beinahe täglich in Horst an der B 5. Im Schnitt bitten hier aktuell rund zehn Menschen am Tag um Asyl. Das Gros von ihnen sind junge Familien. Sie kommen jetzt vor allem aus Mazedonien und Serbien sowie aus Syrien, Afghanistan und Ghana, zählt Bernhard Köhler einige Herkunftsländer der Neuankömmlinge auf, die die Malteser in der Erstaufnahmeeinrichtung Mecklenburg-Vorpommerns und der Landesgemeinschaftsunterkunft betreuen.

Köhler ist hier übrigens selber ein neues Gesicht. Der 53-Jährige hat den Abschluss eines Diplom-Sozialarbeiters (FH) in der Tasche, hält seit 1975 den Maltesern die Treue und trat dieser Tage die Nachfolge von Wolfgang Trabitzsch an. Der ging, wie Wolf-Christoph Trzeba im Gespräch mit unserer Redaktion sagte, mit 63 Jahren in den verdienten Ruhestand.

Lange Zeit hätte er die Geschicke dieser im April 1993 errichteten Einrichtung verantwortlich mit bestimmt. Seither waren die 600 Plätze mal mehr und mal weniger belegt. Die Auslastung schwankte und erlebte von 2005 bis 2007 ihren Tiefpunkt. Bei um die 100 Gäste auf Zeit fiel seinerzeit sogar die Entscheidung, zwei der drei Unterkunftshäuser zu schließen, erinnerte sich Trzeba und ergänzte, dass das Landesamt für Migration und Flüchtlingsangelegenheiten seit 2010 wieder zunehmend mehr Anträge auf Asyl zu bearbeiten hatte und im Juli vergangenen Jahres sogar einen massiven Anstieg verzeichnete, der noch immer anhält.

Mittlerweile seien es um die 450 Frauen, Männer, Alte und Kinder, die hoffen, in Deutschland eine neue Heimat finden zu können, weil sie sich zu Hause als politisch Verfolgter nicht sicher fühlen oder als so genannter Wirtschaftsflüchtling ein besseres Leben versprechen. Bei letzteren geht das in den seltensten Fällen in Erfüllung, stellte Amtsleiter Trzeba fest. Wenn nach drei Monaten die Entscheidung über das Asylrecht gefallen ist, würde hier von 1000 Anträgen vielleicht einer positiv beschieden. Anders verhält sich das natürlich, wenn nachweislich Leib und Leben gefährdet sind oder der betreffende Antragsteller an einer schweren Krankheit leidet, für die es nur in Deutschland eine Chance auf Heilung gibt.

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Antrag vom Land MV oder für die Freie und Hansestadt Hamburg auf dem Tisch liegt. Beide verbindet in dieser Beziehung seit dem Oktober 2006 eine Kooperationsvereinbarung. Die Partnerschaft funktionierte offensichtlich sehr gut, der ausgelaufene Vertrag wird verlängert, so Trzeba.

Auch der verlässt seinen Arbeitsplatz, den er seit 2001 ausübte. Dankbar sprach er über die Gemeinde Nostorf, die er nicht nur wegen der freundlichen Begegnungen in Horst an der B 5 als angenehmen Nachbarn in Erinnerung behält. Nun geht Wolf-Christoph Trzeba. Der Dienstherr hat, wie es im Beamtendeutsch heißt, für ihn eine andere Verwendung.

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