Storch aus Gülze : Neue Erzählungen vom Storch

Auf dieser Wiese geht Frau Störchin aus Gülze.
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Auf dieser Wiese geht Frau Störchin aus Gülze.

Frau Störchin aus Gülze ist auf dem Rückflug von Afrika und wird um den 10. April herum in ihrem Nest zurück erwartet

svz.de von
03. April 2017, 05:00 Uhr

Wer hätte gedacht, dass ein Storchenleben so aufregend ist. Der im letzten Jahr von der Stork Foundation mit einem GPS-Sender versehene Storch aus Gülze ist auf dem Rückflug von Afrika. Noch 2  300 Kilometer liegen vor ihm. Nachdem er dem Tod durch Vergiftung entgangen ist, dem sein Kollege aus Besitz zum Opfer fiel (SVZ vom 31. Januar und 17. März), und er auch der Dürreperiode in weiten Teilen Afrikas entgehen konnte, geht es nun nach Hause. Durch die große Trockenheit in großen Gebieten Afrikas leiden dort inzwischen auch viele Menschen Hunger. So ein Storch kann einfach wegfliegen, doch auf dem Rückflug warten neue Gefahren.

Nach den neuesten Daten, vom 28. März war die Gülzer Storchenfrau in der Türkei, nur noch 260 Kilometer vom Bosporus entfernt. Darüber informierten jetzt der Storchenbeauftragte für Ludwigslust-Parchim, Helmut Eggers, und Steffen Hollerbach von der Storkenkate in Preten. Alle ostziehende Störche fliegen über diese Meeresenge nach Europa ein. Wahrscheinlich flog der Gülzer Storch am nächsten Morgen über die Meeresenge bei Istanbul.

„Zu seinem Heimflug ist der Gülzer Storch am 7. März aus der Gegend südlich von Sannar am blauen Nil aufgebrochen“, so die beiden Storchenexperten. An den ersten beiden Tagen legte Adebar jeweils eine sehr kurze Strecke von ca. 65 Kilometern zurück. Auf seinem Weg nach Norden flog er ungefähr den Nil entlang.

„Bis zum 27. März legte unser Storch erst 3  460 Kilometer zurück. Dies sind nur 173 Kilometer am Tag“, haben Eggers und Hollerbach ausgerechnet. Wenn die Störchin in diesem Tempo weiterfliegen sollte, würde sie im Nest in Gülze ungefähr am 10. April ankommen. „Aber so einfach ist es nicht“, fürchten die Storchenexperten. „Am 24. März legte der Storch seine bisher weiteste Tagesetappe von 371 Kilometern zurück. An diesem Tag startete der Gülzer Storch gegen 6 Uhr im Libanon östlich von Beirut, flog küstennah über Syrien und erreichte gegen 16 Uhr den Golf von Iskenderun in der Türkei.“ Das sei eigentlich die Tageszeit, wo sich die ziehenden Störche langsam nach ein geeigneten Schlafplatz umschauen. „Umso überraschter waren wir, dass der Storch ohne Pause weiter über die Meeresbucht flog.“ Diese 65 Kilometer offene Wasserfläche seien für einen Segelflieger, wie der Storch einer ist, eine sehr weite Stecke, die er nur bei guten Wetterbedingungen wagen könne. „Über dem Meer bilden sich keine thermischen Aufwinde, so dass Störche gezwungen sind die ganze Strecke im aktiven Ruderflug zurückzulegen. Kommt ein Unwetter auf oder starker Gegenwind, kann es bedeuten, dass der Storch es nicht schafft und erschöpft im Meer ertrinkt“, erklären Eggers und Hollerbach. Doch gegen 17.30 Uhr habe die Störchin zum Glück das Festland erreicht und sich einen Schlafplatz gesucht. Wahrscheinlich ging alles gut, weil es an diesem Tag fast windstill war. Die Windprognosen für die nächsten Tage sahen ebenfalls gut aus, es herrschte kaum Wind.

„Vielleicht schafft es der Storch auch etwas schneller. Hoffen wir, dass er zum Nest nach Gülze zurückkommt und dort brüten wird“, wünschen sich Steffen Hollerbach und Helmut Eggers.

In Ostafrika und in der Tschadsee-Region sind mehr als 23 Millionen Menschen vom Hunger betroffen durch die schlimmste Hungerkatastrophe seit 30 Jahren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu spenden, z. B. bei der Aktion „Deutschland hilft“ unter IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30, Spendenstichwort: Hunger in Afrika

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