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Hagenower Kreisblatt

22. September 2017 | 08:21 Uhr

Boizenburg : Neue Dimensionen für Elb:Art

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Verein „Fair_bock(t)“ gestaltet zusammen mit 15 Künstlern aus Hamburg mehrere Flächen und Räume in Boizenburg neu

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Ein Besuch in einem Notaufnahmelager für Flüchtlinge in Zahrensdorf – so fing alles vor knapp 18 Monaten an. Sofort war Manuel Albrecht und seinen Freunden klar: „So geht es nicht!“ – eine Idee war geboren. Die Idee einer Initiative, die sich für ein buntes Boizenburg einsetzt und Projekte gegen Rechtsextremismus und Rassismus veranstaltet. Nur wenige Monate später war die Initiative „Fair_bock(t)“ geboren. Nachdem sich zunächst zehn Mitglieder in der Initiative engagierten, hat sich die Anzahl mittlerweile mehr als verdoppelt. Vor wenigen Monaten wurde die Initiative nun zum Verein.

Für das erste Augustwochenende, vom 4. bis 6. August, plant der Verein das nächste Kunst-Projekt – die Elb:Art 2017. Es ist nicht die erste Auflage des künstlerischen Events, bei dem Mitglieder von „Fair_bock(t)“ zusammen mit Hamburger Künstlern bestimmte Flächen der Stadt Boizenburg im Streetart-Stil kunterbunt gestalten. Bereits im letzten Jahr verschönerten die Künstler so beispielsweise mehrere Stromkästen in Boizenburg.

Doch welcher Gedanke steckt hinter der Aktion? Boizenburg soll bunter werden – so einfach ist die Antwort. „Es ist alles so trist, so grau“, sagt Manuel Albrecht im Gespräch mit der Schweriner Volkszeitung. Damit liegt er nicht falsch. Denn obwohl Boizenburg durch mehrere Fliesen-Kunstwerke mit Farbe und künstlerischem Effekt hier und da begeistert, fehlt es der Stadt an einigen Stellen an Kolorit.

Das soll sich ändern. Zusammen mit 15 Künstlern aus Hamburg, will „Fair_bock(t)“ ihre die größte Umgestaltungsaktion auf den Weg bringen. „Das werden ganz neue Dimensionen für uns“, so der 29-Jährige.

Mit Spraydosen bewaffnet geht es dieses Mal zwei Räumen im Freizeithaus Luna, der großen Betonwand beim ASB in der Schwanheider Straße und der Baracke am Weg-der-Jugend an den Kragen. Motive oder Ideen haben die Künstler noch nicht. Es sei einfach interessant zu sehen, was alles im kreativen Prozess entsteht, so die Mitglieder von „Fair_bock(t)“. Obwohl es einige Leute gibt, die von ihrer Kunst nicht begeistert sind und im Vorbeigehen immer wieder argwöhnisch gucken, wenn die Künstler mit ihren Spraydosen am Werk sind, sind „Fair_bock(t)“ stolz auf ihr Handeln. „Man will die Menschen mit dem was man macht ja auch zum Nachdenken bringen“, sagt Albrecht und erzählt die Geschichte eines zunächst umstrittenen Kunstwerks. „Da waren eine Nonne und ein kleines Kind mit Gasmaske zu sehen“, so der 29-Jährige. „Dabei kam jemand auf uns zu und meinte, dass das doch so nicht ginge. Da haben wir gesagt: Aber was ist denn, wenn wir weiter so mit unserer Umwelt umgehen? Dann hat er es verstanden.“

Doch viele Menschen seien auch begeistert von den Aktionen von „Fair_bock(t)“, würden sogar hupend und Daumen hochhaltend vorbei fahren, wenn sie die Künstler bei der Arbeit sehen. Auch die Stadt und das Land stehen hinter den Projekten der einstigen Initiative. Die Elb:Art 2017 beispielsweise ist zu Teilen von der Stadt und der bundesweiten Aktion „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Ihr nächstes Projekt haben „Fair_bock(t)“ auch schon fest in Planung. Ein Fotoshooting im Rockabilly-Stil auf dem Kulturschiff „Minna“ mit anschließender Disko. Der kreative Name dafür: „Bockabilly“.

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