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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 13:24 Uhr

Horst : Neue Chefin im Infocenter Horst

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Das Informationszentrum der Malteser in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Horst steht unter neuer Leitung

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2015 | 00:33 Uhr

„Ohne das Infocenter läuft hier gar nichts“, sind sich Heidrun Slusalek und ihre drei Mitarbeiter einig. Seit Oktober ist Frau Slusalek die neue Leiterin dieser unentbehrlichen Einrichtung des Malteser-Hilfsdienstes in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Mecklenburg-Vorpommern in Horst. Sobald ein Asylbewerber die Wache am Tor in Horst passiert habe, werde er vom Infocenter betreut, erklärt Slusalek. Hier werden die Zimmer zugeteilt, die Hausausweise ausgegeben, über das Infocenter werden das Arbeitslosengeld ausgezahlt und die notwendigen Buchungen in der Datenbank vorgenommen.

„Manchmal stelle ich mir vor, ich wäre selbst ein Asylbewerber und würde hier ankommen“, verrät Frau Slusalek. „Solange wie ich hier arbeite, habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht.“ Und das sind schon fünf Jahre. Es gäbe schon Reibereien unter den Asylbewerbern, aber es gäbe auch überall gute und schlechte Menschen.

Derzeit sind 621 Asylbewerber in Horst untergebracht, davon rund 200, die hier für die Stadt Hamburg mitbetreut werden. Die Betreuung erfolgt durch die insgesamt 35 Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdienstes.

„Ja, es gibt seit ungefähr drei Wochen einen Rückgang von Flüchtlingen“, bestätigt Heidrun Slusalek. „Jetzt können wir die Menschen auch wieder wirklich betreuen. Zwischendurch ging es ja hier wie auf einem Busbahnhof zu. Jetzt gibt es wieder Fernsehräume und einen Aufenthaltsraum. Jetzt wird das alles wieder ruhig und schön.“

In der wildesten Zeit sei sie aber in die Außenstelle nach Stern-Buchholz abgeordnet gewesen. Die Rückkehr nach Horst als neue Chefin des Infocenters sei ihr nicht leicht gefallen. Die Arbeit in Stern-Buchholz habe ihr unwahrscheinlich Spaß gemacht, weil es ein vollkommener Neuanfang war. „Man hat sich das dort so eingerichtet, wie man es für richtig gehalten hat. Auch mit den Sachen, die man in Horst vielleicht vermisst hat.“ Was sie denn vermisst habe?

„Vielleicht die menschliche Wärme untereinander.“ Nicht gegenüber den Asylbewerbern. „Wer die nicht hat, der darf hier nicht arbeiten“, ist die energische Frau überzeugt. „Es ist eine anstrengende, aber schöne Arbeit.“

Für das Foto posiert Frau Slusalek vor dem Logo der Malteser im Flur mit dem Wartebereich für die Asylantragsteller und dem Infocenter.

Noch vor wenigen Wochen sah es hier ganz anders aus. „Ja, vor drei Wochen habe ich hier kurzerhand mit dem Hausmeister Steffen Holz und zwei Asylbewerbern gemalert. Ich konnte die dunklen Flecken an den Wänden nicht mehr sehen.“

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