Wittenburger Mühle : Neue Chance: Stadt plant Mittel ein

23-48202455.jpg
1 von 2

Es steht fest: Die marode Windmühle in Wittenburg kann gerettet werden. Ein Erfolg nach mehr als zehn Jahren Engagement des Fördervereins. 580 000 Euro kostet die Restaurierung des Denkmals.

von
10. September 2012, 09:16 Uhr

Wittenburg | Es steht fest: Die marode Windmühle in Wittenburg kann gerettet werden. Ein Erfolg nach mehr als zehn Jahren Engagement des Fördervereins. Um so motivierter sind die Mitglieder gestern am Tag des offenen Denkmals.

"Die Mühle gehört zur Stadt", begründet der Vereinsvorsitzende Karl Luchs seinen Einsatz. "Ich bin froh, dass das jetzt auch viele Stadtvertreter so sehen." Das sei nicht von Anfang an so gewesen. 580 000 Euro kostet die Restaurierung des Denkmals. 130 000 Euro hat Wittenburg laut Karl Luchs in den Haushaltplan 2012 /2013 eingestellt. Der Rest soll durch Fördermittel abgedeckt werden. "Es ist alles beantragt", sagt der Vorsitzende. "Laut Zusage vom zuständigen Förderamt stehen wir an erster Stelle, sobald die Mittel vom Bund zugeteilt sind." 100 Prozent zufrieden ist er aber erst, wenn die Gelder wirklich fließen.

Bis sich die Erdholländer-Windmühle wieder dreht, dauert es dann nicht mehr lange. Läuft alles wie geplant, könnte es im April nächsten Jahres mit dem Bau losgehen. Pünktlich zum nächsten Mühlentag am Pfingstmontag. "Vielleicht ist dann auch schon einiges zu sehen", hofft Karl Luchs. Der beauftragte Architekt hat die Vorstudie schon auf dem Tisch liegen. Gemeinsam mit Fachleuten für Denkmalpflege macht er sich dann ans Werk, sobald die Summe bereit steht. Einiges wird restauriert, einige muss neu gebaut werden. Die Flügel etwa, schätzt Luchs. Durch Wind können diese zwar nicht mehr betrieben werden, weil ringsum zu viele Gebäude den Luftzug "einmauern". Dafür soll ein Motor die Kraft liefern, um das Korn zu mahlen.

"Vom Korn zum Brot" - so lautet das Motto des Fördervereins, der das Mühlen-Ensemble nach der Sanierung wieder öfter öffnen möchte. Bislang sei das drei- bis viermal im Jahr der Fall. Künftig ist auch regelmäßig an den Wochenende etwas geplant. Es gehe darum, die Geschichte der Landwirte und Müller von damals wach zu halten. Nicht nur mit dem Mehl mahlen in der Mühle selbst, sondern auch mit all den historischen Ackermaschinen und dem alten Backofen.

22 Vereinsmitglieder setzen sich für den Erhalt der Mühle ein, die ursprünglich mal in Neumühle in Schwerin stand. Im 19. Jahrhundert abgetragen und vom Müller in Wittenburg wieder aufgebaut mit Steinen der alten Stadtmauer.

Beflügelt vom Erfolg kommen viele neue Ideen auf, das Mühlen-Ensemble zu erweitern. Wie schon vor einigen Jahren mit der alten Scheune, die innerhalb der Stadt versetzt wurde, um sie zu erhalten. Und die Vereinsmitglieder leben ihren Traum. Nach alter Tradition haben sie jetzt das Getreide mit Sensen geerntet und per Hand gebunden. Am Mühlentag zu Pfingstmontag soll das Korn dann gedroschen werden. Das Mehl zu Teig verarbeitet, kann dann im alten Ofen backen. Wie es Uwe Wiech gestern schon Besuchern zum Tag des offenen Denkmals präsentiert hat. Schon bald steht dann passend dazu die restaurierte Windmühle nebenan.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen