zur Navigation springen

Bobzin/Scharbow : Neue Chance für Hühnermast in Scharbow

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Klage Bobzins gegen die Rücknahme der Schwerlast-Beschränkung ist abgewiesen worden – damit wäre die Zuwegung geklärt. Investor hält an Bauplänen fest

von
erstellt am 20.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Das Genehmigungsverfahren für die Hühnermastanlage mit drei Ställen und 126000 Tieren in Scharbow wird  neu aufgerollt. Nachdem die Klage der Gemeinde Bobzin gegen die Rücknahme der Beschränkung für Schwerlaster  (Teileinziehung) im Dezember 2015 abgewiesen wurde, kann Investor Ingo Fischer weiter hoffen. Mit der wenigen Tage alten Urteilsbegründung gilt die Entscheidung offiziell. Ob die Gemeinde erneut dagegen vorgeht, steht noch nicht fest.

Auflagen, Einwendungen, Bürgerinitiative, Zuwegungsprobleme:  Landwirt Fischer musste in den letzten sechs Jahren einige Gegenwehr  hinnehmen (SVZ berichtete mehrfach). Zuletzt hatten die Bobziner 2013 gegen eine Entscheidung des Landkreises Ludwigslust-Parchim geklagt, der die beantragte und zunächst genehmigte Teileinziehung der Dorfstraße für Laster mit mehr als 12,5 Tonnen auch auf Drängen der Stadt Hagenow wieder zurücknahm. Zum Hintergrund: Mit der geplanten Anlage  in Scharbow würden etwa 370 weitere Lkw  durch den kleinen Ort zu den Ställen im Hagenower Ortsteil rollen. Andere potenzielle Zufahrten über den Tunnel an der L04, den Viezer Weg oder den Zapeler Landweg müssten erst für viel Geld von der Stadt ausgebaut werden. Die Bobziner befürchten damals wie heute große Schäden an Fahrbahn und Häusern sowie ausufernde Kosten für Reparaturen der  Gemeindestraße.

Die Verantwortung für die Instandhaltung der Straße ist auch Bestandteil in der Urteilsbegründung des Gerichtes.

Auf der Gemeindevertretersitzung in der kommenden Woche soll das Papier nochmal auf den Tisch. Bobzins Bürgermeister  Axel Pamperin liegt es erst seit wenigen Tagen vor. Details daraus möchte er mit den Bürgern besprechen und danach abwägen, was weiter passiert. Theoretisch könnte die Gemeinde in die nächst höhere Instanz gehen.

Wie die Entscheidung auch ausfällt, Axel Pamperin betont noch einmal, dass es der Gemeinde vorrangig um den erhöhten Verkehr und die damit zusammenhängenden Belastungen geht. Die Klage habe keineswegs direkt etwas mit dem Bau der Mastanlage zu tun gehabt.

Investor Ingo Fischer hält indes am Vorhaben fest. Nur „wenn es mit der Zuwegung nicht geklappt hätte, hätte ich das Projekt begraben können.“ Der Landwirt rechnet nicht vor Ende dieses Jahres mit einer Baugenehmigung.

Da das Verfahren so lange geruht hat, müssen jetzt alle damals beteiligten Fachbehörden erneut hinzugezogen und ihre Stellungnahmen auf Aktualität geprüft werden, heißt es von StALU-Leiterin Dr. Regina Rinas.

Wann diese Beteiligung abgeschlossen und der Bau genehmigt werden könnte, sei noch nicht absehbar. Die Öffentlichkeit solle allerdings nach jetzigem Stand nicht noch einmal beteiligt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen