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Betrieblichen Einzelumschulung : Neue Chance für den Berufsabschluss

vom

Martin Kaben will es mit seinen 27 Jahren noch einmal wissen. Er begann im Wittenburger Unternehmen Beverage Engineering eine betriebliche Einzelumschulung zum Industriemechaniker.

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 12:17 Uhr

Wittenburg | Martin Kaben will es mit seinen 27 Jahren noch einmal wissen. Er begann im Wittenburger Unternehmen Beverage Engineering eine betriebliche Einzelumschulung zum Industriemechaniker, d.h. er startete in eine verkürzte Berufsausbildung, beginnend mit dem 2. Lehrjahr. Die Agentur für Arbeit hat zum Jahresbeginn dafür das Förderprogramm "Spätstarter" aufgelegt. Für diese Chance, auch als erwachsener Bewerber einen beruflichen Neustart zu wagen, bewarben sich nach den Worten von Marion Braun von der Geschäftsstelle Hagenow der Agentur für Arbeit, bisher 36 Interessierte im Alter zwischen 25 und 35 Jahren aus der Region. Bei elf jungen Erwachsenen lagen die Voraussetzungen zum Erwerb eines Berufsabschlusses nicht vor. 15 haben eine Arbeit aufgenommen, weil der Verdienst zunächst lukrativer schien und fünf Interessierte haben schließlich eine Qualifizierung bzw. Umschulung begonnen. Ein Berufsabschluss ist aber für Menschen dieser Altersgruppe zwischen 25 und 35 Jahre eine sichere Bank auf dem Arbeitsmarkt, denn immerhin haben sie ein Erwerbsleben von 30 bis 40 Jahren noch vor sich. Für den 27-jährigen Vellahner ist diese Ausbildung für erwachsene Bewerber eine gute Möglichkeit, einen Berufsabschluss zu bekommen. "Ich wollte eigentlich immer noch eine Umschulung oder Berufsausbildung beginnen. In der Agentur für Arbeit in Hagenow informierte ich mich und begann im Februar mit der Ausbildung", erzählt er. Zuvor hatte er sich im Wölzower Weg beim Chef des Unternehmens Bernd Feuer senger um die Ausbildung beworben und wurde aufgrund seines Alters und auch seiner beruflichen Vorbildung für geeignet befunden.

Der junge Mann hatte im Jahre 2005 in Lübtheen den Beruf Teilezurichter erlernt, ging danach vier Jahre zur Bundeswehr, arbeitete als Servicekraft und verdiente sich dann als Lkw-Fahrer seinen Lebensunterhalt. "Auf Dauer schlaucht das doch ganz schön, weil dieser Job sehr zeitaufwendig ist. Deshalb schaute ich nach einer Veränderung", meint der Vellahner. Betreut wird Martin Kaben während seiner Lehrzeit durch die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW), gemeinnützige Gesellschaft mbH, in Ludwigslust. Konkret setzt sich die Ausbildung für Martin Kaben aus dem theoretischen und dem praktischen Teil zusammen. "Ich besuche die Berufsschule in Schwerin und arbeite hier im Unternehmen in Wittenburg. Zwei Wochen arbeiten, eine Woche Unterricht, so läuft das jetzt", sagt er weiter. Anfang 2014 hat er eine Zwischenprüfung, die Abschlussprüfung ist im Jahre 2015 mit der Gesellenprüfung vorgesehen.

Der Chef des Wittenburger Unternehmens Beverage Engineering, Bernd Feuersenger, hat gute Erfahrungen mit erwachsenen Bewerbern. "Die wissen was sie wollen und sind motiviert. Deshalb nehme ich lieber sie, denen kann man durchaus eine Chance geben", meint er im Gespräch mit SVZ. Fachkräfte sind in der Wirtschaft gefragt. Das Wittenburger Unternehmen Beverage Engineering hat seit 1998 im Wölzower Weg seinen Sitz. Insgesamt sind dort acht Mitarbeiter beschäftigt. "Wir befassen uns in der Hauptsache mit Abfülltechnik, sanieren alte Anlagen und bringen sie auf den neuesten Stand. Die Teile dafür produzieren wir hier selbst. Dabei sind wir international tätig", gibt Feuersenger einen Einblick in den Arbeitsbereich. "Die Bundesagentur für Arbeit fördert in den nächsten drei Jahren 100 000 Menschen mit dem Programm ,Spätstarter’. Junge Erwachsene sollen damit eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Wer Interesse hat, kann in unserer Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit in Hagenow einen Beratungstermin machen", sagt Marion Braun von der Agentur für Arbeit.

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