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Hagenower Kreisblatt

24. September 2017 | 03:21 Uhr

Lübtheen : Neue Angst vor Abraumbaggern

vom

Der „Verein Braunkohle Nein" macht mobil: Seit fest steht, dass der Truppenübungsplatz Lübtheen geschlossen wird, gehen die Vereinsmitglieder wieder verstärkt an die Öffentlichkeit.

svz.de von
erstellt am 11.Nov.2011 | 08:05 Uhr

Lübtheen | Der "Verein Braunkohle Nein" macht mobil: Seit fest steht, dass der Truppenübungsplatz Lübtheen geschlossen wird, gehen die Vereinsmitglieder wieder verstärkt an die Öffentlichkeit. "Mit dem Aus ist auch das Nutzungskonzept für das Gelände hinfällig", sagt Vereinsvorsitzender Helmut Eggers. "Und das schafft Raum für Pläne." Möglicherweise auch wieder für Pläne der Mibrag (Mitteldeutsche Braunkohle AG). Das Unternehmen erkundete das Gelände nach Braunkohlevorkommen bis zum Jahr 2007. Dann untersagte das Bergamt Stralsund die Probebohrungen. Und dagegen klagt die Mibrag jetzt beim Verwaltungsgericht Schwerin.

Bis heute fühlte sich der Verein in seinem Tun gegen die Abbaupläne bestärkt. Helmut Eggers: "Landesparlament und Kreistag haben sich per Beschluss gegen den Braunkohleabbau in der Region positioniert." Doch nach den Landtagswahlen sei im neuen Koalitionsvertrag nicht mit einer Silbe der Standpunkt der neuen Landesregierung zum Braunkohleabbau bei Lübtheen erwähnt. "Das ärgert uns, und deshalb fordern wie klare Worte vom Umweltminister." Die Braunkohlegegner fürchten die Ausdauer der Mibrag. "Die spielen auf Zeit und denken, dass den Bürgerinitiativen irgendwann die Luft ausgeht", sagt Peter Elger, Gründungsmitglied von "Braunkohle Nein". Für ihn sind die großen Abbraumhalden in der Griesen Gegend kein Hirngespinst. "Wir nehmen das sehr sehr ernst, weil wir erlebt haben, wie es anderen Gemeinden ergangen ist. So seien die Lübtheener vor Ort gewesen, als Heuersdorf in Sachsen seinen Kampf vor Gericht gegen den Braunkohle-Abbau der Mibrag verloren hatte. "Wenn wir nicht weiter aktiv bleiben und Politiker und Einwohner hinter uns haben, droht uns das auch."

Fünfzehn bis zwanzig Jahre vergehen von der Erschließung bis zur Förderung von Braunkohle, weiß Elger. "Meine Generation würde das in Lübtheen nicht mehr erleben. Aber hier geht es nicht um uns, hier geht es um die Absicherung einer lebenswerten Zukunft in unserer Region."

Hintergrund
Das Braunkohlevorkommen in der Griesen Gegend wird auf eine Masse von 1,8 Milliarden Tonnen geschätzt und liegt auf einer Fläche von 42 Quadratkilometern in einer Tiefe von 60 bis 400 Meter. Abbaupläne existieren zurzeit nur für den Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes.
Bei der Braunkohle handelt es sich um Diatomeenkohle, die nur geringen Heizwert besitzt. Viel wertvoller dagegen ist die bei der Verbrennung entstehende Asche. Sie enthält Kieselgur, der unter anderem in der Industrie als Filterstoff bzw. Katalysator sowie als Rohstoff für hochwertige keramische Werkstoffe eingesetzt wird.

Quelle: www. braunkohle-nein.net

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