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Hagenower Kreisblatt

21. September 2017 | 12:38 Uhr

Boizenburg : Neuanfang mit viel Elan

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die Fliesenwerke erwachen wieder zum Leben. Es wird umgebaut, geplant, produziert und gehandelt/Unternehmen sucht 20 Azubis

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2017 | 07:00 Uhr

Am Telefon melden sie sich mit „Keramische Partnerschaft“. „Für den Zusatz ‘Boizenburg’ bleibt meist keine Zeit“, lächelt Marketingchef Faouzi Al Kabbany. Seit September arbeiten „Boizenburg Fliesen“ und die Fliesenhandels-Firma „t.trading“ zusammen in einer Kooperationsgemeinschaft unter Leitung von Geschäftsführer Alexander Stenzel. Seitdem ist viel passiert. Die Mitarbeiter von „t.trading“, bisher in Winsen/Luhe ansässig, arbeiten jetzt am Standort Boizenburg/Bahnhof. Es wird viel gebaut, intensiv produziert und weltweit gehandelt. Bei der Bautätigkeit spielt der Umbau des Verwaltungsgebäudes eine große Rolle, die Container-Baracken am Eingang sollen möglichst bald überflüssig werden - auch wegen der immensen Heizkosten dort. „‘Boizenburg Fliesen’ und ‘t.trading’ bekommen auch jeweils einen eigenen Showroom“, erzählt der junge Leiter der Einkaufsabteilung, Marc Dennis Nabenhauer.

Im Hochregallager herrscht wieder reger Betrieb. Hier lagern zwei Millionen Quadratmeter Fliesen, die innerhalb von 72 Stunden in jede Ecke Deutschlands geliefert werden können.
Im Hochregallager herrscht wieder reger Betrieb. Hier lagern zwei Millionen Quadratmeter Fliesen, die innerhalb von 72 Stunden in jede Ecke Deutschlands geliefert werden können. Foto: kfri

Wie angekündigt, wurde die Fliesen-Produktion durch eine Reduzierung von 26 auf 7 Formate effektiviert, ein Teil der Produktionsanlage wurde umgebaut. Eine große Investition war auch die Modernisierung der Software vor allem für das Warenwirtschaftssystem. „Es passiert vieles gleichzeitig“, erklärt Faouzi Al Kabbany. „Der Laden muss laufen.“

„Die Stimmung unter den Mitarbeitern von ’Boizenburg Fliesen’ und ’t.trading’ ist gut“, meint Marc Dennis Nabenhauer. Zumindest von seiner Abteilung mit 11 Mitarbeitern weiß er das ganz genau. In der letzten Woche waren sogar alle zusammen essen. Bei „Boizenburg Fliesen“ konnten 163 der 250 Mitarbeiter bleiben, 63 sind es bei „t.trading“.

Marketingchef, Einkaufsleiter und vor allem auch Geschäftsführer Alexander Stenzel - der zum Gespräch mit der SVZ dazu kommt, nachdem er die Kreditgeber von der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin über das Gelände geführt hat - glauben fest an das Potenzial des Fliesenstandortes Boizenburg. Denn die Verbindung eines internationalen Großhändlers mit einem Produktionsstandort ist einmalig in Deutschland, jedoch das Erfolgsgeheimnis der Marktführer in China, Indien, Italien und Spanien. „Italien hat so einen guten Ruf. Aber die können nichts besser als wir“, findet der Marketingchef.

Fliesen „Made in Germany“ hätten einen guten Ruf, weiß auch der Einkaufsleiter. Doch in der Vergangenheit sei der Anschluss an den Weltmarkt verpasst worden. „In den Ländern der Marktführer gibt es Produktions-Cluster. Da entwickelt der Designer eine Fliese zusammen mit dem Marketing und geht mit dem Vorschlag unterm Arm in die Produktion.“ In Indien würde man eine Stunde lang mit dem Auto fahren, um so ein Cluster zu durchqueren, so Marc Dennis Nabenhauer. Auch die Kooperationsgemeinschaft möchte in Zukunft wieder eigene Produkte am Standort entwickeln, schließlich gibt es einen Produktentwickler vor Ort. Auch die Wieder-Inbetriebnahme des Dekor-Werkes ist ein Traum der Planer.

Geschäftsführer Alexander Stenzel fährt gern jeden Morgen nach Boizenburg.
Geschäftsführer Alexander Stenzel fährt gern jeden Morgen nach Boizenburg. Foto: kfri

Alexander Stenzel ist trotz der vielen Arbeit jedenfalls sehr zufrieden damit, wie sich das Unternehmen entwickelt: „Ich freue mich jeden Morgen, nach Boizenburg zu fahren.“

Um all das Neue weiter so voller Elan in die Tat umzusetzen, sucht die Kooperationsgemeinschaft ab September 20 Auszubildende. Unter anderem werden sechs Industriekaufleute benötigt, vier Industriekeramiker, ein Mediengestalter, zwei Elektroniker und zwei Instandhaltungsmechaniker. Alle Azubis sollen nach ihrer Ausbildung möglichst übernommen werde. „Wer sich anstrengt und Potenzial mitbringt, hat hier viele Möglichkeiten“, erläutert Marc Dennis Nabenhauer. Er hat selbst 2009 als Azubi bei „t.trading“ angefangen und war schon ein Jahr nach Ausbildungsende Abteilungsleiter. „Und ich bin viel in der Welt herum gekommen, ich war in China, Indien, Brasilien, Spanien und Italien.“ Durch den Neuanfang sei es in der „Keramischen Partnerschaft Boizenburg“ auf jeden Fall nicht langweilig, verspricht auch der Marketingchef.

Weitere Informationen zu den Ausbildungsplätzen sind auf der Website des Unternehmens zu finden: http://boizenburg-fliesen.de/category/karriere/.

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