Boizenburger Hafen : „Nessie“ vom Hafen bleibt Legende

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Im Juli 2011 kappte der Greifer eines Baggers diese Wasserleitung.privat (2)

Entwarnung: Freizeitskipper entdeckten im Boizenburger Hafenbecken kein „Seeungeheuer“, sondern eine Leitung, die bei Niedrigwasser auftaucht. Diese kann zum Problem werden.

svz.de von
30. Januar 2013, 06:27 Uhr

Boizenburg | Wenn sich das herumspricht, kann sich Boizenburg vor Besuchern bald nicht mehr retten. Freizeitskipper entdeckten "Nessie" im Hafenbecken, verriet Klaus Breitenbach. Sein Schmunzeln bei diesen Worten ließ erkennen, dass nun niemand hier wirklich einen endlosen Strom von Sensationstouristen befürchten muss oder darf. Der Kämmerer hätte sich gefreut. So ein Seeungeheuer wäre wie in Schottland sicher zu einer sprudelnden Einnahmequelle geworden. Nicht in Boizenburg. "Nessie" bleibt weiterhin der Mythos mit magnetischer Anziehungskraft von Loch Ness.

Keiner wird aus aller Welt anreisen, um mit seiner Videokamera oder seinem Fotoapparat in Boizenburg für eine Aufnahme des scheuen Ungetüms auf der Lauer zu liegen. Bei der "Seeschlange" der Elbestadt handelt es sich, wie der Vorsitzende des Boots-Sport-Vereins (BSV) Boizenburg mit etwas ernsterer Stimme erklärte, um ein Problem, welches vor allem bei Niedrigwasser auftaucht. Die Freizeitskipper müssen in diesen Fällen mächtig aufpassen, um sich mit ihren Booten nicht mit einem "Souvenir" zu verfangen, welches an ein Ereignis erinnert, das bis zum Juli 2011 zurückreicht.

Zu jener Zeit fanden im Boizenburger Hafen Nassbaggerarbeiten statt, um größeren Fahrgastschiffen ein Passieren zu ermöglichen. Gegen Ende dieser Aktion packte der Greifer im oberen Bereich der Steganlage des BSV ein Kunststoffrohr und zerriss es samt Stahlmantel.

Diese Entdeckung sei, so Klaus Breitenbach, seinerzeit wohl für alle Beteiligten eine Überraschung gewesen. So hätte jeder vermutet, dass die damalige Wasserschutzpolizei ihr kostbares Nass über einen Strang bezog, der am Hafendamm und Schöpfwerk liegt. Das war, wie sich zeigen sollte, ein Irrtum. Viel Wasser strömte damals nicht aus der gerissenen Leitung in das Hafenbecken. Die Versorgungsbetriebe Elbe fanden mit der Hilfe des "Verursachers" recht zügig das andere Teil des Rohrs und reparierten es von einer Schute aus. Die Verbindung war wieder hergestellt. Nun müsste es bloß noch gelingen, die Wasserleitung wieder am Hafenboden zu befestigen, damit sie nicht nach oben schwimmt, meinte der Vorsitzende des BSV. Bis dahin könnte ja für die Gastboote ein entsprechender Hinweis auf das "Eingangsschild", das es endlich an der Boizemündung in Höhe des Aussichtsturms in Vier gibt. Das sei, so Klaus Breitenbach, ja ganz schön, enthalte aber keinerlei Informationen.

Als er gesagt hatte, was gesagt sein sollte, erteilte er einen "Befehl", der sich in der Seefahrt einer langen Tradition erfreut und beispielsweise auf Segelschiffen noch heute gelebt wird. Auf der Bootsmannspfeife des Ehrenpräsidenten des BSV, Siegfried Kaiser, dem alle gute Besserung wünschen, blies er vor dem Vereinsdomizil die Order "Besanschot an". Insider wissen, dass nach getaner, besonders schwerer Arbeit hiermit der Steuermann oder Kapitän einen Rum für jeden Mann der Besatzung verteilt. Der Chefkapitän der Freizeitskipper gab seinerseits damit bekannt, dass die Fete losgehen könne und eröffnete zugleich den Wandertag, zu dem sich die Bootssportler traditionell mit befreundeten Förderern und Sponsoren des Vereins immer am letzten Sonntag des ersten Monats eines jeden Jahres treffen. Auch in diesem Jahr betreute eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Bahlen um ihren Chef Olaf Rogge die Wandergruppe auf ihrem Landgang unterwegs an den verschiedenen Verpflegungsstützpunkten.

Bei dem gemeinsamen Grünkohlessen zum gemütlichen Ausklang im Restaurant "Stadt Boizenburg" bot sich Gelegenheit, die vergangene Saison, die Klaus Breitenbach als wenig spektakulär bezeichnete, Revue passieren zu lassen. Ausführlicher geschieht das an gleicher Stelle auf der Jahreshauptversammlung am 3. März.

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