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Factory-Outlet-Center Wittenburg : „Neid und Missgunst in Reinkultur“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wittenburgs Bürgermeisterin Dr. Margret Seemann reagiert auf Schweriner Absichten, eigenes Factory-Outlet-Center zu bauen

von
erstellt am 01.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Schwerin schlägt zurück: Im Streit um das geplante Wittenburg Village, dem die dortigen Stadtvertreter mit deutlicher Mehrheit ablehnend gegenüber stehen, zaubert die Landeshauptstadt plötzlich ihr Ass aus dem Ärmel. Demnach soll in Haselholz auf ungefähr 10 000 Quadratmetern nun ebenfalls ein Factory-Outlet-Center entstehen.

„Die Ankündigung von Schwerins Wirtschaftsdezernenten Bernd Nottebaum, in Schwerin ein Factory-Outlet-Center (FOC) zu planen und damit den Bau von ,Wittenburg Village’ zu verhindern, macht unmissverständlich deutlich, dass die ablehnende Haltung Schwerins zu dem Großprojekt in Wittenburg nicht aus Sorge um den Schweriner Einzelhandel, sondern aus Neid und Missgunst gegenüber Entwicklungen im Umland und in der Region erfolgt. Angesichts der Tatsache, dass Schwerin seit neuestem zur Metropolregion Hamburg gehört, ist so ein eigensüchtiges Agieren nicht nur traurig, sondern geradezu gefährlich für künftige Entwicklungen der gesamten Region“, so Wittenburgs Bürgermeisterin Dr. Margret Seemann, gestern in einer Stellungnahme an die Redaktion. Aus Sicht von Seemann sei es geradezu absurd, wenn ein Factory-Outlet-Center, das etwa 35 Kilometer entfernt ist, wegen vermeintlicher Umsatzeinbußen für den Einzelhandel in Schwerin abgelehnt werde, gleichzeitig jedoch der angebliche Konkurrent FOC dem Schweriner Einzelhandel direkt vor die Nase gesetzt werden solle. „Daran dürfte auch dem Letzten klar werden, dass es Herrn Nottebaum und Co. nicht um die Sache geht“, so Seemann weiter.

Es liege für Seemann auf der Hand und sei im Übrigen gängige Expertenmeinung, dass in Schwerin niemals ein FOC entstehen werde, da für Investoren die direkte Autobahnanbindung zwischen Metropolen Voraussetzung sei. Und diese habe Schwerin nun einmal nicht.

Seemann: „Scheinbar geht es den diesbezüglich Handelnden in Schwerin auch nicht darum, dass wirklich ein FOC in den eigenen Wänden entsteht, sondern mit der Ankündigung des Vorhabens in Schwerin soll offensichtlich die Landesregierung nur gehindert werden, das Zielabweichungsverfahren in Wittenburg positiv zu bescheiden. Das ist eine geradezu perfide Methode, um Entwicklungen im Umfeld der Landeshauptstadt zu blockieren. Aus Neid und Missgunst wird offensichtlich ganz bewusst in Kauf genommen, der gesamten Region, einschließlich der Landeshauptstadt selbst, massiv zu schaden."

Die Bürgermeisterin verweist darauf, dass es in Wittenburg nicht nur um ein FOC gehe, wie von Verantwortungsträgern aus Schwerin immer wieder suggeriert werde. „Wittenburg Village“, bestehe aus den Teilbereichen Alpincenter, Schwimmbad, Feriendorf und dem FOC. Durch das Gesamtprojekt würden künftig pro Jahr 1,5 Millionen Besucher in der Region erwartet, von denen auch Schwerin profitieren werde.

Es gehe nicht darum, jemanden zu ärgern oder gar Nebelbomben zu werfen, sagt der so von Wittenburgs Stadtoberen arg Gescholtene gestern gegenüber unserer Redaktion auf Nachfrage. Bernd Nottebaum: „Nicht wir haben das Thema aufs Tablett gehoben, sondern es hat sich ein privater Investor mit dem Thema an uns gewandt. Ein Projektentwickler startete daraufhin eine lose Anfrage. Planungsrechtlich können wir uns ein Factory-Outlet-Center nur drei Kilometer vor der Stadt durchaus vorstellen. Wenn wir gefragt werden, geben wir auch Antwort.“ Im übrigen werde nicht zum ersten Mal über ein solches Vorhaben in Schwerin nachgedacht. Schon vor zehn Jahren sei es erstmals um das ins Auge gefasste Gebiet in der Gartenstadt gegangen.

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