Naturschauspiele rund um die großen Baggerseen

Aufgeschwemmte Düne vor einem der großen Baggerseen, Volker Hempelt (li.) vom Kieswerk unterwegs  mit Biosphärenchef Klaus Jarmatz. Foto: Pohle
Aufgeschwemmte Düne vor einem der großen Baggerseen, Volker Hempelt (li.) vom Kieswerk unterwegs mit Biosphärenchef Klaus Jarmatz. Foto: Pohle

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24. Mai 2013, 08:04 Uhr

Zarrentin Idyllisch zugewachsene Buchten auf der einen Seite, traumhafte Sandstrände auf der anderen Seiten, dazu gut 80 Hektar klarsten Wassers - diese Naturidyllen lassen sich inmitten eine Industrielandschaft nahe Zarrentin finden, in einem großen Kiestagebau. Flachwasserzonen, speziell angelegte Krötenteiche, Steilufer, die für Uferschwalben angelegt wurden, Flächen für den Magerrasen, große Sanddünen und nicht zuletzt die großen Wasserflächen. Klaus Jarmatz, als Chef des Biosphärenamtes so etwas wie der vom Land bestimmte oberste Naturschützer der Region, kommt schnell ins schwärmen, wenn er von der "Cemex Kies & Splitt GmbH" spricht. Denn der in Norddeutschland stark vertretene Konzern gehört schon seit 20 Jahren zu den festen Partnern im Naturschutz. Und die Firma macht bei weitem mehr als sie vom Gesetz her müsste.

In diesen Tagen wird die sowieso schon bestehende Kooperation auf eine neue Ebene geschoben. Das Kiesunternehmen aus Lütow unterstützt mit einem namhaften Betrag die neue Ausstellung im Paalhuus. Zum anderen wird es zum Tag der Artenvielfalt am 2. Juni Besichtigungstouren ins Kieswerk. Per Bus werden die Interessierte dann an Orte kommen, die sie in der Umgebung Zarrentins nicht vermuten würden. Obwohl der Kiesabbau weiter läuft, pro Tag werden so zwischen 3000 und 500o Tonnen Kies und Gestein bewegt, hat sich das 270 Hektar große Gelände in einigen Teilen längst auch als Rückzugsraum für seltene Tiere und Pflanzen etabliert. Das gilt erst Recht für den zweiten Standort des Unternehmens in Zweedorf. Für dessen vorbildliche Renaturierung hat die Firma, die letztendlich einem mexikanischen Konzern gehört, schon 1998 einen Preis bekommen, wie Volker Hempelt vom Kieswerk berichtet. Und die Natur soll auf lange Sicht kein Selbstzweck sein. Sowohl das Biospährenamt als auch das Unternehmen können sich schon in naher Zukunft die Nutzung eines Teilbereiches als Badestelle vorstellen. Illegal passiert das schon seit einigen Tagen. In Sachen Reinheit und Klarheit ist das Wasser in der Kiesgrube kaum zu schlagen. Um den Bereich einmal touristisch nutzen zu können müssten allerdings noch einiges für die Sicherheit der Badegäste getan werden.

Für das Wohlbefinden der Tiere macht das Unternehmen schon jetzt deutlich mehr als es laut Gesetz müsste."Dank der Arbeit von Cemeex haben wir hier schon eine Biotopvielfalt, die wir sonst nicht mehr hätten", lobte Jarmatz gestern. Die Kooperation mit der Industrie gehöre im übrigen zu den Aufgaben eines Schutzgebietes. Es komme nur darauf an, wie man mit der Industrie kooperiere. Beim Kiesabbau sei eben wichtig, ob man nach der Nutzung einfach ein großes Loch in der Landschaft hinterlasse oder ob man der Renaturierung ein wenig Hilfe gewäre. Und da gäbe es mit den Lüttowern seit Jahren eine sehr gute Zusammenarbeit. Schon jetzt dienten die gut 80 Hektar Wasserflächen vielen Vögel als Ausweichgebiet zum nahen Schaalsee. Vielen Tieren wird konkret auch eine mögliche Heimat bereitet. So baute das Kieswerk extra für die seltenen Kreuzkröten eine Flachwassermulde, die auch gut angenommen wird.

All das behindert den groß angelegten Kiesabbau nicht. Der soll im Lüttower Bereich auch noch mehr als 20 Jahre weitergehen können, es gibt noch eine 70 Hektar große Reservefläche nahe der Autobahn. Volker Hempelt: "Für uns ist die Zusammenarbeit mit der Biosphäre aber auch mit den umliegenden Städten und Gemeinden selbstverständlich. Schließlich gehören wir zur Region.

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