zur Navigation springen

Kalkflachmoor bei Zarrentin : Natur soll ihr Moor zurückerhalten

vom

Aufmerksamen Nutzern des Moorlehrpfades fällt die Veränderung sofort auf: in den Wäldern hinterm Pahlhuus wird das Kalkflachmoor immer kleiner oder trocknet sogar aus. Nun soll die Natur ihr Moor zurückerhalten.

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2012 | 06:16 Uhr

Zarrentin | Regelmäßigen und aufmerksamen Nutzern des Moorlehrpfades fällt die Veränderung sofort ins Auge: in den Wäldern hinterm Pahlhuus wird das Kalkflachmoor immer kleiner oder trocknet sogar aus. Wo bis vor kurzer Zeit eine bräunlich-schwarze Wasserfläche durch die Bäume rechts und links des Weges schimmerte, erkennt der Naturbeobachter nur noch wenige feuchte Stellen inmitten einer fast ausgetrockneten Waldfläche.

Nun soll die Natur ihr Moor zurückerhalten. Denn das rund 30 Hektar große Kalkflachmoor bei Zarrentin ist Lebensraum für zahlreiche hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten. "2007 wurde das Gebiet als Teil des Naturschutzgebietes ,Schaalelauf’ unter Schutz gestellt, außerdem ist es Bestandteil des Fauna-Flora-Habitatrichtlinie-Gebietes Schaalsee", weiß Elke Dornblut vom Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee. Bei der Untersuchung und Bewertung des Gebietes im Rahmen des FFH-Mangementplanes sei festgestellt worden dass sich der ökologische Zustand des Gebietes zwischen den beiden Untersuchungen in den Jahren 2004 und 2009 verschlechtert habe, sagt die Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit weiter. "Besonders die seltene Binsenschneide die im Kalk-flachmoor ihr größtes Vorkommen in Mecklenburg-Vorpommern hat, leidet unter Wassermangel, das Moor ist zu trocken."

Machbarkeitsstudie für das Moor ist bereits erarbeitet

Wie man deshalb diesen Zustand verändern könne, sei durch das Planungsbüro "Stadt und Land" im Jahr 2010 untersucht worden. "Auf Grundlage diese Machbarkeitsstudie wurde im vergangenen Jahr durch die Firma biota ein Konzept zur technischen Lösung erarbeitet, mit dessen Umsetzung so bald als möglich begonnen werden sollte."

So bald als möglich, damit sei der Zeitraum bis Sommer 2013 gemeint, um mit den Bauarbeiten zur Wasserstandsanhebung anzufangen. "Bis Ende 2013 sollen die Arbeiten dann voraussichtlich auch abgeschlossen werden", wagt Elke Dornblut einen Ausblick.

Zur Zeit befindet sich das Projekt noch in der Planungsphase. Doch um das anspruchsvolle Vorhaben durchzuführen, bedarf es auch der Genehmigung aller Flächenbesitzer. Elke Dornblut: "Es betrifft etwa 20 bis 25 Eigentümer. Zunächst werden Gespräche mit den betroffenen Eigentümern und Nutzern geführt, deren Zustimmung zum Projekt Voraussetzung für die Umsetzung sind." Ein moortypisch hoher Wasserstand werde im Zarrentiner Kalkflachmoor jedoch nur in den Wintermonaten und in längeren Nässeperioden erreicht, in den Sommermonaten sei das Moor oft viel zu trocken. "Um den Wasserstand zu stabilisieren wäre es notwendig, insgesamt neun regulierbare Staue in Entwässerungsgräben des Moores einzubauen. Dadurch könnte das Niederschlagswasser möglichst lange im Gebiet zurückgehalten werden. Außerdem soll durch teilweise Entbuschung des Moorgebietes, die vegetationsbedingte Wasserverdunstung verringert werden."

Die Auswirkungen des Projektes auf die umliegenden Flächen würden im Rahmen des Projektes noch genauer untersucht, merkt Elke Dornblut weiter an. Ziel sei es, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten beziehungsweise Lösungen im Sinne der Eigentümer und Nutzer zu finden. "Schön wäre es, wenn es gemeinsam gelingen könnte, diesen wertvollen Lebensraum zu bewahren und ökologische zu verbessern, zumal er durch den Moorsteg auch für Besucher erlebbar ist."

Dann kommt Elke Dornblut auch auf den Moorlehrpfad zu sprechen. Er mache den einzigartigen Lebensraum des Kalkflachmoores für Besucher erst erlebbar. Typisch seien die ausgedehnten Vorkommen der Binsenschneide, die an den hohen Kalkgehalt des Bodens bestens angepasst wären. Doch auch besondere Pflanzenarten wie Orchideen und Vogelarten wie Eisvogel, Kolbenente oder Rohrweihe ließen sich mit etwas Glück vom Moorlehrpfad aus beobachten. Außerdem gäbe es anhand einer Info-Tafel interessante Einblicke in die Entstehungs- und Nutzungsgeschichte des Moores. Der Moorsteg, ein befestigter Bohlenweg mit Handlauf, etwa 800 Meter lang, befindet sich unweit vom Informationszentrum für das Biosphärenreservat Schaalsee, dem Pahlhuus.

"Er soll im nächsten Jahr in Teilen auf rund 700 Meter Länge gleich mit saniert werden", erklärt Elke Dornblut abschließend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen