Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe : Natürlich mit Herzblut

Bio-Schweinezüchter Hanno Offen mit Lebensgefährtin und Tochter, daneben Eta Radöhl vom Biosphärenreservat und Dr. Héléne Gibaud, Mitinhaberin des BiosphärenKontors.  Fotos: Katja Frick
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Bio-Schweinezüchter Hanno Offen mit Lebensgefährtin und Tochter, daneben Eta Radöhl vom Biosphärenreservat und Dr. Héléne Gibaud, Mitinhaberin des BiosphärenKontors. Fotos: Katja Frick

Vergaberat des Biosphärenreservats Elbe überprüft Zertifikate jetziger Partnerbetriebe und übergibt neue Urkunden

svz.de von
04. November 2015, 19:48 Uhr

„Leider konnte heute niemand außer mir vom Vergaberat mit dabei sein“, begrüßte Eta Radöhl, die für die Partnerbetriebe verantwortliche Mitarbeiterin des Biosphärenreservates, gestern vormittag die SVZ-Redakteurin. „Die haben alle zu viel mit den Flüchtlingen zu tun. Aber wir führen die Überprüfung der bereits zertifizierten Partnerbetriebe und die des neuen in Nostorf trotzdem durch.“

Einmal im Jahr müssen die Partnerbetriebe des Biosphärenreservates sich vom Vergaberat anhand eines Kriterienkataloges überprüfen lassen, nur dann erhalten sie erneut das begehrte Zertifikat „Partnerbetrieb des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe“.

Maja Metzlaff vom Ferienhaus „Wildvogel“ hatte damit kein Problem. „Es hat sich nicht viel verändert seit unserer Aufnahme 2013“, konnte sie berichten. Sie bezieht weiterhin Ökostrom für ihre Feriengäste und hält umweltrechtliche Vorgaben ein. Der ehemalige Schweinestall wurde denkmalgerecht aufgebaut und so isoliert, dass das Ferienhaus wärmesparend beheizbar ist. Wasser und Abwasser werden ebenfalls so sparsam wie möglich verwendet. Maja Metzlaff bietet selbstgemachte Marmelade an, genauso wie Produkte der BioBüdnerei. Denn das Anbieten von regionalen Produkten und die Arbeit an der gegenseitigen Vernetzung mit den anderen Partnerbetrieben und deren Unterstützung gehört zu den Bedingungen des Zertifikats. Außerdem hat sie an ihrem Internetauftritt gearbeitet. Maja Metzlaff ist sehr zufrieden mit der Auslastung des „Wildvogels“. Kein Wunder, das kleine, schnuckelige Ferienhaus liegt romantisch vor der Elbtalaue und ist mit Kamin, Sauna und Terrasse auf kleinstem Raum wirklich heimelig hergerichtet. „Ich weiß nicht, wie viel davon ich dem Zertifikat verdanke“, meint Maja Metzlaff. „Aber meine Gäste kommen aus ganz Deutschland. Und sie sind alle schon sehr naturverbunden. Viele haben sehr hohe Ansprüche.“ Denen wird Frau Metzlaff offensichtlich gerecht, denn die Bewertungen auf ihrer Website sind sehr positiv.

Am Nachmittag zeigte Bio-Schweinezüchter Hanno Offen aus Nostorf seinen Betrieb. Er hat vorher konventionelle Landwirtschaft betrieben und 2007 auf biologische umgestellt. Die Umstellung dauerte ungefähr ein Jahr. Sein Betrieb hat 150 Sauen, die zumeist frei auf dem Feld herumlaufen können. Jede Sau wirft im Jahr ungefähr 20 Ferkel. Die Hälfte der Ferkel wird weiter verkauft, die andere züchtet Hanno Offen selbst schlachtreif. Sechs Wochen lang dürfen die Ferkel bei ihren Müttern bleiben, dann sind sie ca. 10 Wochen im „Ferkelkindergarten“ (siehe Foto), danach kommen sie in die Mastanlage nach Rensdorf, wo sie weitere acht Monate bleiben. „Das sind zwei Monate länger, als in der konventionellen Zucht“, erklärt Hanno Offen. „Wir würden uns freuen, wenn Herr Offen Partnerbetrieb wird“, meint Eta Radöhl. „Im Moment sieht es sehr gut dafür aus, dass er unsere Kriterien erfüllt.“

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