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Hagenow : Nachwuchsschützen suchen Jugendleiter

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Wolfgang Weichhold trainiert die Kinder und Jugendlichen der Hagenower Schützenzunft 1794 e.V. – doch ihm fehlt ein Nachfolger

svz.de von
erstellt am 09.Aug.2017 | 08:00 Uhr

An Nachwuchs mangelt es den Hagenower Schützen nicht, sehr wohl jedoch an einem Ausbilder. Aktuell trainiert Wolfgang Weichhold regelmäßig 15 Jugendliche der Hagenower Schützenzunft 1794 e.V., die zwischen elf und 20 Jahren alt sind. Der 60-Jährige ist schon seit 1986 als Jugendleiter tätig und führt seine Schützlinge in die Fertigkeiten mit dem Gewehr und die Techniken der Schießkunst ein.

Dass sich mehr als ein Dutzend Jugendliche in der Zunft engagieren und sich für diesen Sport begeistern können, ist nicht üblich. Vielerorts beklagen andere Vereine den Notstand an Jungschützen. Und den befürchtet Wolfgang Weichhold auch in Hagenow, sollte er irgendwann, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr in der Position sein, sich um die Jugendlichen zu kümmern. Denn der Rentner ist aktuell der Einzige, der die jungen Schützen unter seine Fittiche nehmen und sie trainieren kann. Was dem Verein fehle, sei ein weiterer Jugendleiter, meint der Senior.

Doch Wolfgang Weichhold weiß, dass dieser nicht so leicht zu finden ist. „Es muss jemand sein, der hier in der Region ansässig ist“, so der 60-Jährige. Jeder potenzielle Kandidat müsse zudem einige Lehrgänge absolvieren und Qualifikationsnachweise erbringen, um als Jugendleiter tätig zu sein. „Außerdem muss er selbst gut schießen können“, sagt Wolfgang Weichhold. Ansonsten würden die Kinder und Jugendlichen der Hagenower Schützenzunft nicht viel von ihm lernen können.

Denn obwohl die Nachwuchsschützen noch sehr jung sind, können sie schon einige Erfolge auf ihrem Konto verbuchen. In Wettkämpfen mit anderen Schützenvereinen kann sich die Jugend der Hagenower Schützenzunft immer wieder behaupten. „Unser Motto lautet: die anderen ärgern“, sagt Wolfgang Weichhold mit einem Lachen. „Ein kleiner Spaß, aber wir freuen uns natürlich und sind stolz, dass unser Nachwuchs so talentiert ist und Spaß am Sport hat“, so der derzeitige Jugendleiter.

Ziel des Vereins sei es laut dem 60-Jährigen auch, die Kinder und Jugendlichen von der Straße zu holen, ihnen eine Beschäftigung zu geben, die ihnen Eigenschaften und Tugenden vermittelt, die sie auch außerhalb des Schießübungsplatzes einsetzen können. „Wir hatten hier beispielsweise mal einen Jungen“, fängt Wolfgang Weichhold an zu erzählen, „der war ein richtiger Wildfang. Er wusste über alles Bescheid, machte aber nicht das, was er sollte. Nachdem er regelmäßig am Training teilgenommen hat, konnte er sich viel besser konzentrieren. Irgendwann kamen die Eltern auf mich zu und bedankten sich. Nicht wegen der Leistungen auf dem Schießplatz, sondern wegen der charakterlich positiven Entwicklung, die ihr Junge dadurch gemacht hat“, so der Jugendleiter.

Wolfgang Weichhold befürchtet, dass gerade solche Erfolge seiner Arbeit nach über 30 Jahren ihr jähes Ende finden, sollte er als Jugendleiter irgendwann einmal zurücktreten.

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