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Hagenower Kreisblatt

11. Dezember 2017 | 01:28 Uhr

Zühr : Nachwuchsglück bei Familie Bison

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Züchter Marcel Schulz aus Zühr will 2021 mit Vermarktung des begehrten Fleisches beginnen. Herde soll dann 80 Tiere beherbergen

von
erstellt am 24.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Nachdem die riesigen Herden im vorigen Jahrhundert bis auf wenige Exemplare ausgerottet waren, kehrt das Symboltier der Indianer und des Wilden Westens schlechthin zurück - als Fleischlieferant. Immer mehr Züchter weltweit und in Deutschland setzen auf die genügsamen wie sanften Riesen. Auch in Zühr sind sie vor rund 15 Jahren angekommen und heimisch geworden. Die amerikanischen Büffel, die biologisch gesehen Bisons sind, den europäischen Wisenten näher verwandt als jede andere Art. Denn Bison hat Konjunktur und beschert Marcel Schulz alleine in diesem Jahr bisher vier Kälbchen. Drei Mädchen und ein Junge.

„Die machen wieder einen auf Kindergarten“, amüsiert sich gestern Marcel Schulz und zeigt auf seine „Prärie“ hinter dem Haus. Das sind rund 20 Hektar Grünland, die das Zuhause der Fleischberge darstellen. „Die Kälber sind viel zusammen, spielen gemeinsam, tollen rum und werden dabei von einer der Mutterkühe betreut. Sie passt auf, dass ihnen niemand zu nahe kommt“, erzählt der 37-Jährige. Zwischendurch laufe der Nachwuchs zu den eigenen Müttern, um zu säugen. „Das ist spannend, sie zu beobachten“, bekennt der gebürtige Zührer, der auf seinen morgendlichen Gängen von seinem Kater begleitet wird. „Das ist praktisch mein Wachhund“, witzelt Schulz, während er einem der beiden Bullen Grünes übern Zaun reicht. „Ich hoffe, dass noch zwei Kälber in diesem Jahr hinzukommen“, wünscht sich der Züchter, der derzeit 19 Tiere sein Eigen nennt. Aus ihnen solle mal eine Stammherde von 35 Bisons werden. Mit der Nachzucht von 45 weiteren Büffeln würden sich bis ins Jahr 2021 etwa 80 Buffalos in Zühr tummeln. Ein zweiter Bulle bekomme ab Frühjahr 2017 seine eigene Gruppe. Um Inzucht zu vermeiden, würden die zottligen Tiere, die übrigens nicht muhen, sondern grunzen, unter den etwa 50 Bisonzüchtern Deutschlands getauscht. 37 von ihnen, er selbst auch, seien sogar im Deutschen Bisonzuchtverband integriert.

„Dann soll auch die Vermarktung des in Handel und Gatronomie so heiß begehrten Fleisches beginnen“, erklärt Marcel Schulz als einer von fünf Züchtern in MV. Auf seine allmählich wachsende Herde ist der junge Mann sichtlich stolz. Und gesteht: „Für mich ist es schon was besonderes, dass diese 600 bis 1000 Kilo schweren und imposanten Tiere in der mecklenburgischen Prärie grasen. So, als seien sie hier schon immer heimisch gewesen.“

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