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Andreas Schulz trainiert für "Barfuß im Schnee" : Nach zehn Minuten kribbelts

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Schuhe aus, Socken aus. Andreas Schulz will mit sechs anderen Joggern aus ganz Deutschland einen neuen Guinness-buchrekord aufstellen. Fünf Kilometer barfuß durch den Schnee in nur 30 Minuten.

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erstellt am 04.Feb.2012 | 03:10 Uhr

Lübtheen | Schuhe aus, Socken aus. Sobald Andreas Schulz zu Hause ist, läuft er nur noch barfuß durch die Wohnung. Eigentlich sei er überhaupt kein Barfußläufer, auch im Sommer nicht. "Deshalb muss ich jetzt noch ein bisschen Hornhaut aufbauen", sagt er. Gut eine Woche bleibt ihm noch. Dann will er mit sechs anderen Joggern aus ganz Deutschland einen neuen Guinness-buchrekord aufstellen. Fünf Kilometer barfuß durch den Schnee in nur 30 Minuten.

Den Aufruf dazu hat Andreas Schulz in der Schweriner Volkszeitung gelesen. "Ich habe mir erstmal nichts dabei gedacht. Aber dann bin ich abends heimlich raus. Probieren kann man’s ja mal." An jenem Abend waren es noch fünf Grad plus. "Da war das alles kein Problem und ich habe mich ganz spontan angemeldet." Mit sechs Läufern aus Wedel, Itzehoe und Düsseldorf wird der Lübtheener nun am 12. Februar durch den Schnee joggen. "Vielleicht werden es auch noch mehr Läufer. Der NDR will an diesem Wochenende noch einen Aufruf starten", sagt Christiane Bracker. Gemeinsam mit Rolf Allerdissen hat sie den Guinness-Rekordversuch in der Wittenburger Skihalle initiiert. Eigentlich wollten die Beiden "Barfuß im Schnee" in Hamburg veranstalten. Weil aber im Norden bis in den Januar hinein kein Schnee fiel, verlegten sie die Aktion kurzerhand in die Skihalle. Dazu wird auf dem ebenerdigen Auslauf der Piste ein 150 Meter langer Rundkurs abgesteckt. "Den müssen die Teilnehmer dann 33 mal ablaufen. Wenn sie das in 30 Minuten schaffen, sind sie offizielle Rekordhalter und bekommen am Sonntag gleich vor Ort vom Guinessbuch-Beauftragten Olaf Kuchenbecker die Urkunden überreicht", sagt Christiane Bracker. Sie selber wird nicht mitlaufen. "Das ist nicht mein Ding. Ich warte noch auf einen Rekordversuch, der besser zu mir passt."

Sie ist froh, dass das Barfußlaufen jetzt in der trockenen Halle und nicht in Hamburg stattfindet. "Hier haben wir konstante Bedingungen. Und minus zwei Grad sind uns allen lieber als minus 12 Grad."

Andreas Schulz hat es aufgegeben bei diesen Temperaturen draußen zu trainieren. "Das halte ich nur zehn Minuten aus. Dann fängt es in den Füßen an zu kribbeln und hört erst wieder nach zwei Stunden auf." Außerdem sei das Training auf freier Strecke zu gefährlich. "Man weiß ja nie was so unter der Schneedecke liegt."

Läuft es gut, kommt bald der Halbmarathon im Schnee

Die Zeit sei nicht sein Problem, meint er. "Unter normalen Bedingungen wären fünf Kilometer in 30 Minuten für trainierte Jogger ein Spaziergang. Nur weiß leider keiner so richtig, wie die Füße bei der Kälte funktionieren." Ihre kalten Füße können die Jogger nach dem Wettlauf in Wannen mit lauwarmen Wasser wärmen. Mitorganisatorin Christiane Bracker glaubt allerdings nicht, dass jemand mit Erfrierungen ins Ziel kommt. "Dazu ist die Distanz zu kurz." Das Vorhaben hat deutschlandweit Interesse geweckt. Läufer aus dem Allgäu zum Beispiel hätten die Aktion begrüßt, aber auch belächelt, weil ihnen fünf Kilometer für barfüßiges Schneelaufen zu kurz seien, erzählt Christiane Bracker. Deshalb bastelt sie mit Rolf Allerdissen schon am nächsten Projekt: "Bei guter Resonanz soll in Wittenburg nämlich später auch ein Zehn-Kilometer-Lauf und ein Halbmarathon über 21 Kilometer starten." Barfuß im Schnee, versteht sich.

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