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Hagenower Kreisblatt

21. November 2017 | 15:06 Uhr

Ludwigslust : Nach Magdeburg? Nicht vor 2023

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Mecklenburgs Verkehrsminister Christian Pegel bleibt beim Lückenschluss der Autobahn 14 vor Unternehmern realistisch

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 21:00 Uhr

„Ich wäre auf Knien dankbar, wenn wir das bis 2023 oder 2024 schaffen würden.“ Gesagt hat das gestern Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel vor Unternehmern in Ludwigslust. Gemeint ist die Schließung der immer noch größten Lücke im deutschen Autobahnnetz auf der A 14 zwischen Schwerin und Magdeburg. Diese Schätzung des Fachministers ist neu, denn bisher hatte es im Land immer noch die Hoffnung gegeben, dass Magdeburg über diese Autobahn vielleicht schon 2020 oder ein Jahr später erreichbar wäre. Daran glaubt der Minister offenkundig nicht.

Pegel war zum schon traditionellen Wirtschaftsfrühstück von Unternehmerverband West-Mecklenburg sowie vom Handels- und Gewerbeverein Ludwigslust und Umgebung geladen worden. Und jeder Platz im Saal der Sparkassenfiliale war besetzt mit Bürgermeistern, Unternehmern und sogar Landtagsabgeordneten.

Pegel, dem das Thema vorher angetragen worden war, legte zur A 14 die Fakten auf dem Tisch. Mecklenburg habe beim Autobahnbau seine Hausaufgaben so gut wie erledigt. Er gehe davon aus, dass der Abschnitt zwischen Grabow und Groß Warnow (in Brandenburg) Ende des Jahres übergeben werden kann, wenn nicht noch etwas Großes dazwischen komme. Damit könne man dann vom Kreuz Schwerin bis nach Karstädt auf dieser Autobahn durchfahren, weil dieser eine Abschnitt in Brandenburg schon fertig sei. Doch dann begännen die Unwägbarkeiten. Pegel: „Ich könnte es mir einfach machen und sagen, dass dies nicht auf unserem Schreibtisch liegt. Doch der Blick auf die anderen Schreibtische in Brandenburg und vor allem in Sachsen-Anhalt sagt mir, dass es große Risiken gibt. Ich weiß aber auch, dass diese Autobahn nur so richtig Sinn macht, wenn man sie durchgängig befahren kann.“ Er halte aber bisherige Schätzungen, die von 2020/21 sprachen, für zu optimistisch.

Ohne den Mecklenburger Anteil sind dann noch neun Teilabschnitte bis zum Lückenschluss offen. Für zwei davon gibt es Baurecht, alle anderen befänden sich immer noch im Planfeststellungsverfahren. Für die beiden ersten Bereich erwarte man noch in diesem Jahr einen Baubeginn, alles andere sei völlig offen. Auch, weil niemand einschätzen könne, wie groß der Widerstand der Naturschutzverbände ausfalle. Pegel habe schon oft genug ihm unbekannte Tierarten googlen müssen, um zu erfahren, welche Hindernisse es bei Bauvorhaben gäbe.

Die Äußerungen und Schätzungen des Ministers zum Autobahnbau wurden gestern in der Runde nicht kommentiert. Dabei gehört der Unternehmerverband seit vielen Jahren zu den größten Befürwortern des Lückenschlusses und hatte dafür vor Jahren auch Unterschriften gesammelt. Pegel konnte als Trost gestern mitgeben, dass nach seinen Informationen in beiden Bundesländern vor allem planerisch mit Hochdruck an diesem Thema gearbeitet werde. Aber es gäbe gerade in Sachsen-Anhalt eben auch Leute, die leider gegen alles klagen würden, was einen Stempel hat.

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