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Hagenower Kreisblatt

22. September 2017 | 22:29 Uhr

Nach dem Hochwasser die Diskussion

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erstellt am 27.Jun.2013 | 05:23 Uhr

Bleckede | Geschätzte zwölf Milliarden Euro Gesamtschaden, unbewohnbare Häuser und zerstörte landwirtschaftliche Flächen: der finanzielle Schaden der Naturgewalt Hochwasser ist so rekordverdächtig wie die Flut selbst. Für Niedersachsens Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz Grund genug, Erfahrungen und Konsequenzen nach dem aktuellen Hochwasser länderübergreifend zu analysieren und Vertreter der Landesregierungen, der Landkreise und Deichverbände zur Nachlese in das niedersächsische Bleckede zu laden.

Ausgesprochen positiv wurde von allen Anwesenden im Ergebnis der Gespräche die sehr gute Kommunikation der Koordinierungsstellen und aller beteiligten Hilfsorganisationen über die Ländergrenzen hinweg beurteilt. Dennoch wurde festgestellt, dass der Informationsfluss ein wesentlicher Bestandteil zur Schadensbegrenzung ist. Und so stand die Vorhersage der Pegelstände als eine der wichtigsten Informationen für die Koordinatoren in der Kritik. Viel zu spät, so Almut Kottwitz, zu ungenau und unzuverlässig seien die Prognosen gewesen. Einsatzkräfte und Betroffene konnten letztlich nur den höchsten Wasserstand annehmen.

Positiv hingegen seien die schnellen finanziellen Hilfen für alle Flutopfer zu bewerten. Bund und Länder stellen insgesamt acht Milliarden Euro für die Schadensbeseitigung zur Verfügung. Eine Summe, die mit Nachtragshaushalten noch gestemmt werden muss und auch die Europäische Union noch beschäftigen wird.

Ob Privat, Gewerbe oder Landwirtschaft, ein Soforthilfe-Fond soll in Not geratene Flutopfer kurzfristig und unbürokratisch unterstützen, verspricht Frank Doods, Staatssekretär im niedersächsischen Finanzministerium, stellvertretend für alle betroffenen Bundesländer. Anträge können in den Kreisen gestellt werden.

"Mit vergleichbaren Fluten muss gerechnet werden"

Wie geht es weiter? "Langfristig muss mit vergleichbaren Fluten gerechnet werden", sagte Staatssekretärin Kottwitz, "und es ist notwendig, sich darauf einzustellen." So soll ein Masterplan entwickelt werden, der alle Aspekte der Vorsorge und Koordination bei drohenden Fluten einbezieht. Der wird noch auf sich warten lassen, aber eines ist schon jetzt sicher: Die nächste Flut kommt bestimmt.

Hohe Pegelstände sind Folgen der Urbanisierung und auch des Klimawandels. Durch Bebauung und Einengung des Flussbettes werden Flächen zur Ausdehnung des Flutwassers vernichtet. Das wusste man schon 1905 und bereits damals wurde einer weiteren Bebauung der Dresdner Elbwiesen Einhalt geboten. Was anno dazumal bekannt war, wird nun wieder aufgegriffen. Bis zu 20 Polder (Überflutungsgebiete) sollen geschaffen werden, in naher Zukunft wird das aber kaum gelingen. So müssen sich auch kurz- und mittelfristig betroffene Anwohner auf weitere Überschwemmungen einstellen.

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