Neuhaus : Nach 48 Jahren ist nun Schluss

Nach 48 Jahren im Geschäft: Christa Niederhoff (r.) hat ihre Buchhandlung an Christoph Jasker übergeben.
Nach 48 Jahren im Geschäft: Christa Niederhoff (r.) hat ihre Buchhandlung an Christoph Jasker übergeben.

Christa Niederhoff hat ihre Buchhandlung an Christoph Jasker übergeben. Er will das Geschäft erstmal so lassen, wie es ist

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05. Januar 2018, 12:00 Uhr

Eine lange Suche liegt hinter Christa Niederhoff. Mehr als zwei Jahre hatte sie sich nach einem geeigneten Nachfolger für ihre Buchhandlung umgeschaut. Das war ein offenes Geheimnis im Amt Neuhaus, das Ende ihrer Suche kam dann aber für viele überraschend. Erst zwei Tage vor der Geschäftsübergabe, am 1. Januar 2018, ging sie mit den Neuigkeiten an die Öffentlichkeit. „Wir Neuhauser können auch dicht halten“, meinte die 67-Jährige gestern dazu, bei ihrer offiziellen Verabschiedung. „Seit dem 31. Dezember bin ich nun im Ruhestand. Und ich bin dankbar, dass Christoph Jasker den Laden übernimmt.“

Der Betriebswirt führt damit schon sein zweites Geschäft in Neuhaus. Im vergangenen Jahr hatte er den Blumenladen seiner Mutter, Kerstin Jasker, übernommen. Dass er nun auch einen Buchladen sein Eigen nennt, sei eher ein Zufall. „Wir haben vergangenes Jahr irgendwann mal beim Kaffee zusammengesessen und meine Mutter hat gemeint, dass Frau Niederhoff keinen Nachfolger findet. Dann habe ich gesagt, lass uns doch mal Kontakt aufnehmen.“ Im Frühjahr hätten sie sich daraufhin das erste Mal getroffen, und seien sich relativ schnell einig geworden - zur beiderseitigen Freude. „Es ist gut, wenn Geschäfte im Amt Neuhaus weitergeführt werden. Es haben in der Vergangenheit schon genug Läden dicht gemacht“, so der 33-Jährige Unternehmer.

Und die Buchhandlung in der Poststraße habe ja auch eine lange Tradition. „Ich kenne den Laden gut. Immerhin bin ich hier schon als kleiner Junge durchgelaufen.“ Daran kann sich sicherlich auch Christa Niederhoff erinnern. Mehrere Generationen hat sie in ihrem Laden groß werden sehen. „1969 habe ich hier angefangen zu arbeiten, da war das noch eine Zweigstelle des Volksbuchhandels Schwerin“, erinnert sie sich im SVZ-Gespräch. „Das ging bis zur Wende, danach wurde der Volksbuchhandel aufgelöst. Nach vielem hin und her haben mein Mann und ich damals beschlossen, dass ich den Laden übernehme und mich selbstständig mache. Das ist nun auch schon wieder 26 Jahre her.“ Alles in allem habe sie mehr als 48 Jahre in dem Geschäft gearbeitet. „Das ist selbst für mich erstaunlich, wenn ich darüber nachdenke.“ Für ihren jetzigen Ruhestand habe sie aber noch nichts geplant. „Bisher habe ich auch noch nicht viel davon gemerkt. In den vergangenen Tagen habe ich hier viel auf- und Ordner umher geräumt. Ich freue mich aber auf den Sommer in unseren Garten, da ist im vergangenen Jahr einiges liegen geblieben.“

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