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Lichterfest in Dreilützow : Mystisches mit Brisanz

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Ingrid und Manfred Zeidler lachen sich schlapp im Ikaa Einrichtungshaus MV. Ob über die Lampe "Lehsen", den Schreibtisch "Dümmer", den Kompost eimer "Gammelin" oder den Kackstuhl "Püttelklow".

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erstellt am 25.Aug.2013 | 09:27 Uhr

Dreilützow | Ingrid und Manfred Zeidler lachen sich schlapp im Ikaa Einrichtungshaus MV. Ob über die Lampe "Lehsen", den Schreibtisch "Dümmer", den Kompost eimer "Gammelin" oder den Kackstuhl "Püttelklow". "Sehr amüsant. Hier wird man wieder zum Kind", sagt Manfred Zeidler und knipst ein Foto mit seinem Handy. Der Schweriner hat sich schon länger vorgenommen, zum Lichterfest im Schlosspark von Dreilützow zu kommen. Beim 11. Mal am Freitagabend hat es geklappt. Und er ist froh, das "Gegenstück zu den Profiveranstaltungen" endlich zu erleben.

"Yes, we scan" , "Mainz ist überall - Sie warten, wir kommen. Vielleicht" oder "Die Verlegung der Elbe nach Sibirien - das neue Hochwasserschutzkonzept für die Bundesregierung" sorgen für Lacher bei den Besuchern. 20 Jugendliche aus der ganzen Welt haben sich in einem Workcamp Aktionen und Installationen ausgedacht. Und sie spielen darin bewusst mit aktuellen Themen, "mit Gefühlen statt mit Masse", sagt Stefan Baerens, Leiter des Schullandheimes Dreilützow. Ein Grund für den Erfolg des Lichterfestes? "Vielleicht, weil es leise ist und nicht laut." Die Ästhetik sei das Besondere. Das Mystische, Spirituelle. Die erdigen, einfachen Dinge, die sonst verloren gingen.

Einfach mal abschalten, raus und entspannen. "Wo hat man das sonst?", sagt Cindy Thormann. Ihr Sohn Lars zückt die Taschenlampe, um die Karikaturen besser zu erkennen. "Wir sind vorbereitet", sagt die Mutter aus Kuhstorf, die zum 3. Mal dort ist. Und immer wieder erlebe man neue Dinge. Für Kinder und Erwachsene eine "reine Entdeckungswelt".

Kinder schreiben Wünsche an eine Wand, Erwachsene Tipps fürs Wahlprogramm von Regierung und Opposition. Jung und Alt hören Geschichten zwischen märchenhaften Gebilden im Park, beleuchtet von Lampen und Kerzen. Theater, Musik, basteln...

"Wir wollen für jeden etwas machen", sagt Stefan Baerens. Zwar seien viele Gäste erstmal irritiert, weil es keine zentrale Bühne gibt. Auch große Stars sucht man beim Lichterfest vergebens. Die Besucher warten einfach, bis es dunkel wird, und erkunden den Schlosspark und seine Überraschungen. In einem Workshop mit Ukrainern ist die Idee vor Jahren entstanden. Wie kleine Lichtakzente den Park verändert haben, "das war so schön", erinnert sich Stefan Baerens. Und die Leute kommen. Von Jahr zu Jahr mehr, sagen auch Besucher am Freitagabend. 500 mehr als im letzten Jahr, schätzen sie. Und da waren es schon 2000.

Was 2014 zu erwarten ist? "Wir entscheiden jedes Jahr neu, ob wir das schaffen", so der Leiter. Es sei immer wieder ein neues Projekt, das ohne die internationalen Workcamp-Teilnehmer nicht zu bezahlen wäre.

Die Zeidlers und Cindy Thormann mit ihrer Familie wandeln weiter zusammen mit Hunderten durch die Dunkelheit. "Toll", sagt Lars Thormann. "Einmalig", seine Mutter Cindy.

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