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Hagenower Kreisblatt

16. Dezember 2017 | 00:49 Uhr

Boizenburg : Musik-Nacht rockt Altstadt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kneipennacht lockte zahlreiche Besucher an die Elbe

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Draußen regnete es in Strömen, drinnen hatten es sich die Boizenburger und ihre Gäste bei Musik und Tanz gemütlich gemacht. Trotz des Wetters hatte die 2. Boizenburger Musik-Nacht zahlreiche Besucher in die Altstadt gelockt. Ein Event, das eine Zukunft haben kann, denn man konnte 20-Jährige neben älteren Herrschaften einträchtig beisammen sehen, viele waren zum ersten Mal dabei. So wie John (22) und Dustin (25) am Tresen im „Wallters“. Sie waren vorher schon im „Eboli“ und wollten auf jeden Fall auch noch dem „ADAM“ und dem „Hafentor“ einen Besuch abstatten. Genauso wie Susann Schneider und Matthias Schimpf aus Schwanheide im „Eboli“, die mit ihrer Freundin Genia Puttfarcken unterwegs waren. „Das Hafentor muss einfach die letzte Station sein, da ist später am Abend immer am meisten los “, verriet Genia Puttfarcken, die seit 1994 in Boizenburg lebt und Russlanddeutsche ist.

Im „Hafentor“ waren auch zu diesem Zeitpunkt schon viele Gäste, so z. B. Babett Heinze sowie Petra und Heiko Gall, die als ehemalige Boizenburger sogar extra aus Halle bzw. Nordjütland in Dänemark angereist waren. In der waschechten Kneipe war schon vor Mitternacht gute Stimmung. Nicht zuletzt durch den gekonnt gemachten Blues der „Alba-Blues-Band“ aus Hamburg. Bandleader Stephan Linke kommt immer wieder gern nach Boizenburg, denn hier hat er vor zehn Jahren seine Frau Anke kennen gelernt, eine Archäologin, und sogar zwei Jahre in der Stadt gelebt.

Die „Alba-Blues-Band“ mit Linke an der Gitarre, Schlagzeuger Santo aus Italien und Basser Holger Hogelücht gibt es erst seit drei Jahren, die drei Musiker haben bei einem Benefizkonzert für das Arche-Zentrum in Hitzacker zusammen gefunden. Alle Songs stammen aus eigener Feder, erzählte Stepahn Linke stolz. „Wir sind ja noch dabei, berühmt zu werden“, lachte er. Und dann zeigte er aus der Auswahl seiner vielen Gitarren eine, die nur drei Seiten hat, die über zwei verschieden breite Holzbretter gespannt sind. „Das ist eine ’Deddely Bow’, erklärte Linke, der bis jetzt von seiner Musik noch nicht leben kann. „Der Blues ist ja bei den amerikanischen Sklaven entstanden, die nix hatten. Also haben sie einfach eine Seite über ein Brett gespannt und damit Musik gemacht.“ Dass sich das zumindest mit drei Seiten und einem Tonabnehmer richtig gut anhören kann, bewies die „Alba-Blues-Band“ am Sonnabend im „Hafentor“.

„Ich habe bis jetzt schon ungefähr 50 Karten verkauft und bin zufrieden“, berichtete Kneipenbsitzerin Dagmar Krawczyk am frühen Abend.

Ähnlich äußerten sich die anderen beteiligten Lokalbesitzer.

Für Anika Dreier und Alexander Meder vom „ADAM“ war es ebenfalls ein sehr erfolgreicher, aber dafür fast um so traurigerer Abend. „Wir müssen schließen. Wir bekommen keine erweiterten Schließzeiten genehmigt und entgegen anderer Aussagen wurde unser Problem nicht zum Thema im Bauausschuss gemacht“, erklärte der Inhaber. Hintergrund sind die Beschwerden eines einzelnen Anwohners über angebliche Lärmbelästigung (SVZ berichtete). Nun überlegt Meder, die Stadt und die Maklerin zu verklagen.

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