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Hagenower Kreisblatt

19. September 2017 | 15:43 Uhr

Hagenow : „Musik hilft mir fröhlich zu sein“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Ingrid Wormstädt-Ständer ist Teamleiterin beim Lebenshilfewerk Mölln Hagenow und wünscht sich, einen Sommer auf der Alm zu verbringen

von
erstellt am 02.Sep.2017 | 12:00 Uhr

Ingrid Wormstädt-Ständer ist gelernte Schneiderin und Schneidermeisterin. Ihre Erfahrungen aus dem Berufsalltag helfen ihr in ihrer Tätigkeit beim Lebenshilfewerk Mölln Hagenow gGmbH. Sie steht an der Spitze der Schneiderwerkstatt des Lebenshilfewerkes in Hagenow, die mit dem Näh-Atelier und der Näh-Werkstatt zwei Standorte mitten in der Stadt hat. Die heutige Teamleiterin ist inzwischen mehr als 25 Jahre beim Lebenshilfewerk beschäftigt. Am 1. April 1992 begann sie in der Dr.-Raber-Straße, in den dortigen Werkstätten, mit ihrer Tätigkeit. Damals gab es dort eine kleine Näherei mit drei Beschäftigten. Das waren die Anfänge der Nähwerkstatt, die sich im folgenden Vierteljahrhundert noch gewaltig entwickeln sollten.

Erlernt hatte Ingrid Wormstädt-Ständer ihren Beruf bei Hannelore Sager, der Ehefrau des Hagenower Nachwende-Landrates, Lothar Sager. Sie hatte sogar in ihrer Schneiderwerkstatt in Belsch Lehrlinge ausgebildet. Der Umgang mit Menschen macht ihr eben Spaß. Heute ist sie zuständig für 26 Beschäftigte an beiden Standorten in Hagenow, wo die unterschiedlichsten Näharbeiten ausgeführt werden. Das Leitungsteam, das ihr zur Seite steht, setzt sich aus drei Gruppenleitern und drei Produktionshelfern zusammen.

Bevor die Idee der Inklusion überhaupt aktuell wurde, hatte Ingrid Wormstädt-Ständer schon die Idee, die Beschäftigten mit Handicap in die Öffentlichkeit zu rücken, damit sei teilhaben können am Leben und damit die Akzeptanz ihnen gegenüber größer wird. Heute ist das normaler Alltag. Ein wichtiger Ausgleich zu ihrer Tätigkeit ist die Musik, sie leitet zwei Chöre. Derzeit bereitet die Redefinerin das Chortreffen in der Hagenower Stadtkirche vor, zu dem am 9. September ab 14 Uhr eingeladen wird. Bei einer Tasse Tee beantwortet sie Dieter Hirschmann von der SVZ die Fragen zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Immer fröhlich sein, doch dazu brauche ich die Musik.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Im Garten zu Hause in Redefin unter dem Kirschbaum.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Beim Rübenhacken als Schülerin auf der LPG damals.

Wofür haben Sie es dann ausgegeben?
Für Weihnachtsgeschenke für meine Eltern, meinen Bruder, für Oma und Opa.

Wo findet man Sie am ehesten?
In der Schneiderwerkstatt oder im Näh-Atelier in Hagenow. Für beide Standorte bin ich Teamleiterin.

Was stört Sie an anderen?
So schnell stört mich nichts. Aber wenn ich merke, dass hinter dem Rücken geredet wird und jemand versucht, mich absichtlich zu verletzen, das kann ich überhaupt nicht ab.

Wer ist Ihr persönlicher Held?
Das Wort „Held“ ist für mich durch die Vergangenheit im Sozialismus negativ belegt. Was hatten wir nicht alles für Helden in der Sowjetunion. Heldenhaft hat für mich ein Mensch gehandelt, der in der Nazi-Zeit einen jüdischen Bürger unterstützt hat in dem Bewusstsein, dass er selbst Gefahr läuft erschossen zu werden.

Was bedeutet Ihnen persönlich Glück?
Von meinem Ehemann geliebt zu werden, das ist die Grundlage für alles andere.

Sind Sie eher ein Bauch- oder ein Kopfmensch?
Ich bin ein Bauchmensch und das total.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Milch und Butter. Das sind so die Grundnahrungsmittel, die man braucht. Das hängt wahrscheinlich mit meiner Vergangenheit zusammen. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?
Mein größter Wunsch wäre die Silberhochzeit mit meinem Mann. Aber ich trage schon lange einen anderen Wunsch mit mir rum. Ich möchte zu gern einen Sommer als Sennerin in den Bergen verbringen.

Wen würden Sie gern mal auf einen Becher Kaffee treffen?
Frau Merkel.

Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?
Lustig.

Wenn Sie kochen oder Essen gehen, welche Küche Bevorzugen Sie?
Deutsche Küche.

Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Auf meinen Mann, auf meine Kinder und Enkelkinder.

Wo ist für Sie Heimat?
Im Wald in Belsch.

Welches Buch lesen Sie gerade?
„Wunder muss man selber machen“.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Zu Hause mit meinem Mann als Rentnerin. Und dann mach ich all das, was ich schon immer wollte.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer ersten Reise?
Meine erste Reise führte in den Thüringer Wald nach Schwarzburg. Als Flachländerin war das für mich schon beeindruckend in den Bergen.

Wem sollten wir diese Fragen einmal stellen?
Meiner Kollegin Roswitha Sandt aus der Nähwerkstatt. Ich glaube, dass sie sicherlich eine interessante Gesprächspartnerin ist.

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