Heimatmuseum Boizenburg : Museumsreif: Mit 62 Jahren Praktikant

Museumschefin Karin Wulf mit ihrem Praktikanten und einem ständigen Mitarbeiter ... Alle drei werben für die Ausstellung zur Infrarotfotografie von Wolfgang Wittpahl ab dem 15. Oktober.
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Museumschefin Karin Wulf mit ihrem Praktikanten und einem ständigen Mitarbeiter ... Alle drei werben für die Ausstellung zur Infrarotfotografie von Wolfgang Wittpahl ab dem 15. Oktober.

Ottmar Gerlach hat als Rentner noch ein Geschichtsstudium in Rostock begonnen und leistet derzeit ein Praktikum im Boizenburger Heimatmuseum.

svz.de von
30. September 2017, 08:00 Uhr

Nein, es ist nie zu spät, um Träume wahr werden lassen. Schon gar nicht, wenn es sich dabei um Wissensaneignung handelt. Ein solch später Träumer ist Ottmar Gerlach aus Schleusenow in der Teldau, der zur Zeit ein vierwöchiges Praktikum im Boizenburger Heimatmuseum absolviert. „Ich bin am 30. Juni 2015 in Rente gegangen und im September habe ich an der Uni Rostock begonnen, Geschichte zu studieren. Das wollte ich schon immer,“ erklärt er im Gespräch mit der SVZ lächelnd. Es gebe zwar auch einige Gleichaltrige unter den 500 Gasthörern an der Uni Rostock, aber zumindest niemanden in seinem Alter, der an der geisteswissenschaftlichen Fakultät immatrikuliert sei. „Und nur Gasthörer zu sein, das war mir zu flach. Ich wollte schon die Leistung erbringen.“ Das heißt, Ottmar Gerlach will am Ende des nächsten Semesters seinen Bachelor machen und dann noch ein Masterstudium dranhängen. Und dann? „Dann schreibe ich vielleicht ein Buch das niemand lesen will“, lacht der Praktikant gut gelaunt.

Museumschefin Karin Wulf ist jedenfalls hochzufrieden mit ihrem ungewöhnlichen Praktikanten. Ihr Vergleich zu jüngeren Studenten fällt sehr positiv aus: „Herr Gerlach nimmt Dinge ganz anders wahr, er hat ein größeres Interesse für ein breiteres Themenfeld. Er arbeitet hochkonzentriert. Junge Leute sind da - ich will nicht sagen oberflächlicher - aber ... anders.“


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