Wittenburg : Mühlen-Stadt lässt Flügel kreisen

Norbert Fenske ist Mitglied im Förderkreis Mühle Wittenburg e. V. , der den 17. Mühlentag ausrichtet.  Fotos: Thorsten Meier
Norbert Fenske ist Mitglied im Förderkreis Mühle Wittenburg e. V. , der den 17. Mühlentag ausrichtet. Fotos: Thorsten Meier

Historische Bauwerke, die mit Wind-, Muskel- und Wasserkraft angetrieben wurden, waren erste Kraftmaschinen der Menschheit

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01. Juni 2017, 11:46 Uhr

Windmühlen als weithin verkündete Zeugen einer längst verwehten, über 2000 Jahre alten Epoche, sind manchmal noch heute geheimnisumwittert und wirken anziehend zugleich. Außerdem stellen sie als wichtige und wertvolle Denkmale der Technik- und Produktionsgeschichte bewahrtes Wissen dar. Nur wenige dieser einst das Land flächendeckend überziehenden Wirkungsstätten von bemehlten Müllern und erfindungsreichen Mühlenbauern stehen heute noch stolz und aufrecht, werden als Wohnhäuser, Gaststätten, Galerien, Museen und Anschauungsobjekte genutzt. So wie die Erdholländermühle in Wittenburg.

„Wir sind stolz, dass wir sie haben und dass sie 2014 eine so tiefgreifende Restaurierung erfuhr“, bekennt Norbert Fenske vom Förderkreis Mühle Wittenburg e. V. Eine rührige Truppe von etwa 30 Getreuen aus Wittenburg und Umgebung, die es seit über zwei Jahrzehnten gibt und die derzeit von Mühlenbauer Martin Zecher angeführt wird. Die etwa 700 000 Euro seien damals sinnbringend investiert worden, merkt Fenske lobend an. Zu besonderen Anlässen lasse man die Mühle zeigen, was sie könne. „Nur alte Baudenkmale erhalten, reicht nicht. Man muss auch ihre volle Funktion zeigen, um einen Umgang mit dem Brauchtum zu gewährleisten und ihre Technik den heutigen Generationen nahezubringen. „Ich kann und darf beispielsweise die Mühle bedienen. Dafür habe ich eigens ein Praktikum in Friesland gemacht“, erklärt der 70-Jährige, der als gebürtiger Langen-Brützer seit 1968 in Wittenburg lebt. Einer klassisch-historischen „Mühlen-Stadt“, wie Fenske betont. Diese Formulierung komme ihm persönlich im täglichen Sprachgebrauch viel zu kurz, merkt der Schatzmeister kritisch an. Am kommenden Mühlentag, Pfingstmontag, der 5. Juni, von 11 bis 17 Uhr, dem 17. übrigens, werde die Mühle im Leerlauf arbeiten, sagt Fenske. Vor dem etwa 15 Meter hohen Bauwerk, das 1890 von Schwerin nach Wittenburg umgesetzt worden sei, werde ein Tisch aufgebaut, wo Kinder mit zwei Handmahlsteinen Getreide zerkleinern dürften, um das so entstandene Mehl mit nach Hause zu nehmen.

„Genau hier muss man ansetzen, wenn man Interesse für die historische Technik wecken will“, ist sich Fenske sicher, der sich mehr Schulklassen wünscht, um das örtliche Wahrzeichen noch mehr im Denken und Fühlen der Heranwachsenden zu verankern. Wie schwer es einst war, das Korn zum Brot zu verarbeiten, werde Pfingstmontag in Teilen auf dem Mühlengelände in der Hagenower Chaussee demonstriert. Schaudreschen mit Kasten, Oldtimer-Traktoren und die Besichtigung der Windmühle, wo das Ineinandergreifen der gewaltigen Zahnräder eine Ahnung von der Kraft des Windes erlaubt, werden sicherlich auf großes Interesse stoßen. Kinderkarussel, Strohballenspringburg, Eselkutsche, Eier- und Geflügelausstellung sowie ein kleiner Flohmarkt runden das Programm ab, das am Nachmittag überdies von der Dörpschaft to Hagenow kulturell angereichert wird. Für das leibliche Wohl gibt es unter anderem Schwein am Spieß, Bratwurst, Fisch, Eis, Deftiges aus der Feldküche, Kaffee und Kuchen sowie Brot aus dem Steinbackofen. Ein illustrer Tag für die gesamte Familie also.

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