zur Navigation springen

Wittenburg : Motorenlärm an der A 24 nervt die Anrainer

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bürger und Kommunalpolitiker fordern von Bundesregierung zusätzliche Schutzmaßnahmen /Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Sellering sagt Unterstützung zu

von
erstellt am 18.Sep.2014 | 16:41 Uhr

Ein Greifvogel streicht über die Lewitzwiesen an der Friedrichmoorschen Allee. Die Idylle trügt. Schräg hinter ihm durchschneidet die A 24 das Grün der Landschaft. Motorenlärm im Dauertakt ist für den gefiederten Lewitzbewohner Lebensalltag. Leider auch für die Menschen, die in Neustadt-Glewe und Ortsteilen leben, und die sich damit nicht abfinden wollen.

Petra Hartwig aus Hohewisch und Peter Warnecke aus Neustadt begaben sich deshalb in die Bürgersprechstunde des Ministerpräsidenten. Erwin Sellering hielt sie jüngst im Remter der Burg in der Lewitzstadt ab. Anwohner der Autobahn fordern zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen. Sie sammelten Unterschriften, wandten sich an Politik und örtliche Verwaltung, bezogen den damals hier gewählten Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Hacker ein. Die Situation ist immer noch nicht besser wie vor ca. 15 Jahren, als es Lärmmessungen gab. Auch eine Lärmberechnung im vergangenen Jahr hat zu keinerlei Veränderungen geführt.

Das Amt Neustadt-Glewe hat bereits 2008 eine Lärmaktionsplanung für den Bereich der A 24 vorgelegt. Vorgeschlagen werden Lärmschutzwände in den Bereichen Kronskamp, Hohewisch und Neuhof. Diese Planung kennt auch das Straßenbauamt Schwerin. Es hat ein Einfließen der Vorschläge in künftige Planungen 2008 schriftlich zugesagt. Entscheidend ist, wer die Kosten für die Lärmschutzmaßnahmen trägt. Die Politik vor Ort fordert dies vom Bund, denn der hat die Autobahn bauen lassen.

„Wir als Land haben dafür keinen Topf“, sagt denn auch der Ministerpräsident. Er sei sich aber mit Landrat und Stadt einig, dass etwas getan werden müsse. „Ich habe das mitgenommen, um auszuloten, ob man da in irgendeiner Weise helfen kann“, so Erwin Sellering gegenüber SVZ.

Das Thema ist auch bei den Bundestagsabgeordneten aus der Region angekommen. „Es bedarf einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Bundestagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern, um im Interesse der Menschen hier etwas zu erreichen. Ich bin dazu bereit“, sagt Dr. Dietmar Bartsch von den Linken. Sein SPD-Kollege Frank Junge hat die zuständigen Fachgremien des Bundes um Informationen gebeten. Dietrich Monstadt von der CDU: „Mir als Gesundheitspolitiker liegt der Lärmschutz natürlich besonder am Herzen. Wenn durch die Veränderung der Situation an der A 24 jetzt zusätzlicher Bedarf entsteht, gibt es sicher auch Lösungswege.“

Sehr aufmerksam beobachten die Neustädter das Geschehen um den Bau der A 14. Die Ortsteile Tuckhude und Hohes Feld befinden sich in unmittelbarer Nähe der Neubautrasse. Die Stadt fordert auch hier die Errichtung von Lärmschutzwänden, die zunächst nicht vorgesehen waren. Ministerpräsident Sellering stimmt insofern zu, dass er sagt, man müsse hier prüfen, ob zusätzliche Schutzmaßnahmen nötig seien.

Das Problem Lärmschutz an der A 24 ist nicht auf Neustadt-Glewe beschränkt. Auch im Bereich Wittenburg und Dodow fordern die Menschen eine Verbesserung des Status quo.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen