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Grundschule Wittenburg Fliesen gesucht : Mosaikbilder für triste Schulfassade

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Noch ist es nur eine Idee, wie Renate Hille sagt. Aber wer die Künslerin kennt, der weiß, dass aus ihren verrückten Eingebungen schnell Wirklichkeit werden kann. "Wenn es nach mir ginge, dann würde ich gleich anfangen".

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erstellt am 04.Sep.2013 | 09:53 Uhr

Wittenburg | Noch ist es nur eine Idee. "Ein Spleen", wie Renate Hille sagt. Aber wer die Künslerin aus Neuhof kennt, der weiß, dass aus ihren verrückten Eingebungen schnell Wirklichkeit werden kann. "Wenn es nach mir ginge, dann würde ich gleich heute anfangen", sagt sie. Ihr Plan: Die Fassade der Wittenburger Grundschule soll farbenfroher werden. Und zwar mit Bildern aus Fliesen-Mosaiken, die sich quer über die Fensterfront des Schulgebäudes ziehen. Dazu braucht die Künstlerin viele viele Fliesen. Groß, klein, dunkel, hell und vor allem frostsicher sollen sie sein. "Je mehr wir bekommen, desto besser", sagt Karin Owszak. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung kennt die Künstlerin Renate Hille schon lange und unterstützt ihre Ideen. "Sie macht tolle Sachen. Ihr kann man vertrauen. Was sie anfasst, wird originell und einzigartig."

Zum Ortstermin nach Wittenburg kommt die Künstlerin mit dem Fahrrad aus Neuhof. Schulleiter Rüdiger Marlow trifft sie hier zum ersten Mal und ist beeindruckt von der agilen 74-Jährigen. Sie stellt sich als Recycling-Künstlerin vor, erzählt von ihrer Liebe zu Wittenburg und sagt, dass sie gern ihr Talent an diese Stadt verschenkt. Das rote T-Shirt, das sie trägt, hat sie mit Blütenblättern bestickt. Die Seitenwände ihrer selbst entworfenen Handtasche sind aus echten Langspielplatten und die Jacke in ihren Händen war früher mal eine Gardine. "Ich bin wirklich gespannt", sagt Rüdiger Marlow. Als Kunstlehrer ist er für Hilles Inspirationen offen. "Machen Sie was daraus", sagt er zu ihr. "Der Fassade wird die Kunst gut tun."

Bis es losgehen kann, müssen viele Fliesen gesammelt und gestapelt werden. "Wir haben schon kostenlose Angebote von Firmen aus der Region", sagt Karin Owszak. "Aber es könnten ruhig noch mehr werden." Wer Fliesen, Kleber und Fugenmaterial abzugeben hat, kann dies im Stadtbauhof tun. Und wer der Künstlerin bei ihrem Schaffen an der Fassade helfen will, ist jederzeit willkommen. "Ich freue mich über viele Freiwillige, die sich einbringen. Ich mache das ja vor allem auch, damit andere mitmachen", sagt sie.

Was genau am Ende auf der Fassade zu sehen sein wird - darauf mag sich die Künstlerin nicht festlegen. Vielleicht Märchenmotive, vielleicht Fabelwesen. Auf jedenfall Bilder, mit denen sich die Kinder, die hier zur Schule gehen identifizieren. Die 74-Jährige sprüht vor Ideen. Sie klopft an den Putz und sagt: "Sie werden staunen, was man aus dem Kasten hier so alles machen kann."

So ganz spontan, wie sich das Renate Hille wünscht, wird sie nicht mit der Arbeit beginnen können. Der Hauptausschuss der Stadt will sich vorher dazu verständigen, heißt es von Bürgervorsteherin Sybill Moß. "Es wäre schon gut, wenn man vorher ungefähr weiß, wie die Schule später aussehen wird", sagt sie. Die Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft, deren Fassade Renate Hille zuerst verschönern wollte, hatte am Ende abgelehnt, weil die Künstlerin keine Skizze vorlegte. "Kunst ist auch Spontanität", sagt Hille. "Bei mir wachsen die Werke." Sie hofft auf das Wohlwollen der Stadtvertreter, damit sie endlich anfangen kann. "Glauben Sie mir", sagt sie. "Sie werden es nicht bereuen."

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