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Hagenower Kreisblatt

22. Oktober 2017 | 01:26 Uhr

Sumte : Montag kommen die Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Die Notunterkunft im ehemaligen Bürodorf wird zunächst mit 500 Personen belegt. Sumter erwarten Einbeziehung in Kommunikation

von
erstellt am 30.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Am kommenden Montag wird mit der Belegung der Notaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Sumte begonnen. In einem ersten Schritt sollen etwa 500 Menschen kommen. Die  Anzahl der Untergebrachten wird dann auf bis zu 750 Personen anwachsen. Das waren die „harten“ Fakten, die am Mittwochabend während der zweiten Informationsveranstaltung zur Noterstaufnahme von Alexander Götz von Innenministerium gleich zu Beginn den Bürgern in der vollbesetzten Turnhalle mitgeteilt wurden.

Die Verwaltung hatte dafür gesorgt, dass 400 Stühle aufgestellt wurden, die aber nicht ganz ausreichten. Alexander Götz fuhr fort, einen vom Ortsvorsteher Christian Fabel und Unternehmer Dirk Hammer aus Sumte während der ersten Veranstaltung vorgelegten Fragenkatalog, zu beantworten.

Im ganzen Land mehr als 30 Notunterkünfte

Da ging es zum Beispiel um die  Frage, wie lange das Land die Notunterkunft nutzen will. „Wir machen jeweils einen Vertrag über ein Jahr, aber zurzeit kann niemand sagen, wie viele Menschen noch kommen.“ Nach Niedersachsen würden zurzeit täglich mehr als 1000 Flüchtlinge kommen, es gebe neben den drei Erstaufnahmeeinrichtungen im Land inzwischen mehr als 30 Notunterkünfte. In den Notunterkünften solle es aber auf keinen Fall Überbelegungen geben. Würde die Notaufnahmeeinrichtung nicht mehr gebraucht , werde sie wieder geschlossen.

Was die Bürger in Sumte und im Amt Neuhaus besonders umtreibt, ist die Frage nach der Sicherheit und damit auch nach der Polizeipräsenz. Alle wissen, dass abends und nachts die Polizei aus Lüchow kommen muss, was natürlich seine Zeit dauert. Man wünscht sich eine Polizeipräsenz in Neuhaus rund um die Uhr. Matthias Oltersdorf, Polizeivizepräsident bei der Polizeidirektion Lüneburg, musste die Bürger enttäuschen. Es werde keine 24-Stunden Präsenz der Polizei geben, das gebe „die Lage“ nicht her. „Sumte ist die inzwischen 10. Notunterkunft in unserem Beritt. Es sind bisher an keiner der Notunterkünfte Besonderheiten aufgetreten. Wir beobachten die Situation, aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass sichtbare Maßnahmen verstärkt werden müssen.“

Anfrage bisher nicht beantwortet

Das sieht Landrat Manfred Nahrstedt wohl auch anders. Er hat jedenfalls beim Innenministerium angefragt, ob eine „Rund-um-die-Uhr-Präsenz“ der Polizei in Neuhaus nicht möglich wäre. „Bisher liegt keine Antwort vor“, so Nahrstedt. Ähnlich erging es Bürgermeisterin Grit Richter, die auf eine Antwort von „Vodafon“ wartet, was die Aufrüstung des Sendeturms in Neuhaus betrifft. Die Sumter befürchten, tagsüber nicht mehr ins Internet zu kommen, wenn viele Flüchtlinge mit ihren Handys telefonieren.

Auch hat die Telekom es bisher nicht geschafft, für die Einrichtung in Sumte eine Telefonleitung freizuschalten, wie Jens Meier, beim ASB verantwortlich für die Notaufnahme, auf Nachfrage bestätigte. Es sind also verschiedenste Dinge noch „in Arbeit“, wie zum Beispiel die Erweiterung der Straßenbeleuchtung.

Jens Meier berichtete über den Stand der Dinge im ehemaligen Bürodorf. „Wir sind einsatzbereit. Die Häuser können bezogen werden, die Medizinstation ist eingerichtet, es wird eine Kinderbetreuung geben und die personelle Besetzung ist gut. Von 100 Bewerbern aus der Region haben wir uns für 40 entschieden, alles tolle Menschen.“

Die Veranstaltung verlief ruhig, Zwischenrufe „von rechts“ blieben aus. Dennoch bleibt bei vielen Menschen ein mulmiges Gefühl, wie aus den Fragen ersichtlich wurde. Christian Fabel wünschte sich einen Ort mit 10000 Einwohnern und guter Infrastruktur, dann sehe die Lage anders aus. In Sumte aber leben lediglich 102 Personen. Dirk Hammer ist seine Bauchschmerzen auch nach dieser Veranstaltung nicht los. „Ich wünsche mir, dass Sie weiter mit uns kommunizieren.“ Alexander Götz: „Ich verspreche, wir kommen wieder und diskutieren weiter.“

 

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