Gutshaus in Brahlstorf soll Ursprünglichkeit zurückerhalten : Mitstreiter für Park-Verein gesucht

<strong>So sieht das Gutshaus </strong>oder 'Schloss' momentan aus.
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So sieht das Gutshaus oder "Schloss" momentan aus.

Das Gutshaus in Brahlstorf und das Gelände dahinter sollen ihre Ursprünglichkeit zurückerhalten. Es werden Mitstreiter gesucht, die einen Verein für den Guts-Park gründen sollen - es liegt jede Menge Pflege an.

svz.de von
22. Januar 2013, 12:03 Uhr

Brahlstorf | "Wir sind froh und glücklich darüber, dass wir vor vier Jahren einen Investor für das alte Gutshaus gefunden haben, der es in mühevoller Kleinarbeit wieder herrichten will. So, wie es ursprünglich einmal ausgesehen hat", freut sich Gerhard Wartmann. Der 59-Jährige ist Bürgermeister in der 730 Seelen zählenden Gemeinde Brahlstorf und Düssin. 1194 sei Brahlstorf erstmals urkundlich erwähnt, berichtet der Ehrenamtliche, der seit 1990 die kommunalen Geschicke lenkt. Dann rollt der gebürtig aus dem Harz Stammende und im Ort seit 1975 Lebende einen Lageplan aus. "Hier", deutet er mit dem Finger auf einen Grundriss, "das ist das alte Gutshaus mit dem angrenzenden Park." Das Gutshaus oder im Volksmund auch einfach "Schloss" genannt, sei um 1848 im Stil der englischen Neogotik erbaut worden.

Gutshaus heute mit vielen Bausünden ausgestattet

"Seit 1945 wurde es zu Wohnzwecken und für die Verwaltung genutzt. So sind in den letzten Jahrzehnten viele Bausünden begangen worden. Die sollen jetzt korrigiert werden. In diesem Zusammenhang wollen wir uns auch gleich des Parks annehmen", berichtet Wartmann. Es sei ein Anliegen der Gemeinde und des Investors, auch diesem Areal seine Ursprünglichkeit wieder zu geben. Einige Aufräumarbeiten freiwilliger Helfer habe es bereits gegeben. Doch liege noch jede Menge Pflege an.

"Dafür suchen wir Mitstreiter, um so schnell wie möglich, nämlich noch in diesem Jahr, einen Verein für den Guts-Park gründen zu können. Es geht nämlich darum, Fördermittel zu beantragen und Sponsoren zu finden, die uns bei der Gestaltung des Parks finanziell unterstützen", betont Wartmann. Jeder, der Interesse habe, könne sich bei ihm unter Handy 0172-3809473 melden.

Dann springt der Dorfobere vom Stuhl auf und weist auf ein fast verblichenes und gerahmtes Schwarz-Weißfoto an der Wand. "So, wie das Gutshaus hier aussieht, soll es später wieder aussehen." Dafür sei ein Künstler im Harz gefunden worden, der sich über die Ansicht des Gebäudes bereits jede Menge Gedanken gemacht habe.

Originalzustand der Fenster wird angedeutet

"Michael Zeitzmann aus Gernrode will den Originalzustand der 12 Fenster links und rechts des Eingangs andeuten. Durch spezielle, von ihm entworfene Formen aus Styropor, die auf die Fassade geklebt werden sollen, erscheinen sie dann optisch größer", erklärt Wartmann weiter. Sein Blick fällt auf das nicht zu übersehende Anschauungsobjekt im Raum. Ein Modell an der Zimmerwand macht nämlich eine erste Ahnung möglich, wie die Fenster früher einmal ausgesehen haben und sich so wieder präsentieren könnten.

1844 wurde übrigens mit dem Bau der Eisenbahnlinie Berlin-Hamburg begonnen. So entstanden die Bahnhöfe Hagenow, Brahlstorf und Boizenburg. Der erste Zug fuhr am 15. Oktober 1846. Als der Brahlstorfer Halt fertiggestellt worden war, ließ Friedrich Graf von Oeynhausen einen Plan des Schlossparks anfertigen. Auf diesem Entwurf ist der Grundriss des alten Gebäudes, weiter westlich mit der Vorderseite nach Osten, noch gut zu erkennen. Das neue Schloss wurde rechts daneben gebaut, mit der Vorderseite nach Süden auf den Bahnhof gerichtet. Es hat eine Fläche von 27 mal 13,5 Metern und wurde einst auf den Versicherungswert von 5000 Talern geschätzt.

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