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Hagenower Kreisblatt

14. Dezember 2017 | 02:01 Uhr

Hagenow : Mit viel Herz zur Lehrerin des Jahres

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hagenowerin gehört zu den neun Besten im Land

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Sie gehört zu den neun besten Lehrern des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern. Als Ingrid Schmidt aus Hagenow das aus erster Hand erfährt, schlägt ihr Herz gleich doppelt so schnell. Bildungsminister Mathias Brodkorb ruft sie Ende letzter Woche persönlich an, um zu gratulieren. Die Begründung der Jury: „Sie hat ein herzliches, ehrliches und kompetentes Auftreten und geht würdigend sowohl mit den Stärken als auch Schwächen der Schüler um.“

34 Jahre ist die Biologie- und Chemielehrerin der Europaschule schon dabei. „Und ich mach das nach wie vor gerne“, sagt die 56-Jährige mit einem Lächeln im Gesicht. Sie sei mit Herz dabei und einfach sie selbst. Und das kommt an. Schon bei einer internen Vorwahl an der Schule belegt sie den ersten Platz. „Das war wirklich schön“, sagt Ingrid Schmidt, die gleichzeitig kommissarische stellvertretende Schulleiterin ist. 600 Schüler, Ehemalige, Eltern und Lehrer geben ihre Stimme ab.

Ins Rollen gebracht haben das der Elternrat der Schule und die Awo-Schulsozialarbeiterin Doreen Karsten. Sie sind es letztlich auch, die die Bewerbung zum Lehrer des Jahres nach Schwerin schicken. Von allen Seiten habe sie das gleiche gehört, so Doreen Karsten: Ingrid Schmidt „ist eine unwahrscheinlich warmherzige Person und immer für alle da“. Ob für die Schüler, Eltern oder Kollegen. Außerdem gehe sie so einzigartig in Beziehung zu den Schülern. „Sie schließt sie erst auf und dann kommt das Fachliche.“ Und das sei der Schlüssel in der Zusammenarbeit mit Menschen, findet die Schulsozialarbeiterin. „Sie kämpft immer wieder für jeden Schüler, auch bei schweren Problemen, und arbeitet eng mit den Eltern zusammen.“

Das lernt Ingrid Schmidt schon im Studium. „Unterrichte mit allem, was du hast.“ Mit Herz und ohne Druck. „Jeder muss das Gefühl haben, dass er was kann, und damit auch wieder eine Chance, sich aufzurappeln.“ Selbst wenn es mal eine schlechte Note gibt. Die Pädagogin möchte einfach alle Schüler mitnehmen, sich auf jeden einlassen. Auch auf diejenigen, denen das Lernen manchmal schwer fällt. Denn jeder habe seine Stärken und die gelte es, hervorzuheben. Unter anderem deshalb ist Ingrid Schmidt auch dafür, Schule noch kreativer zu machen. Zum Beispiel mit fächerübergreifenden Projektarbeiten.

Ohne den Zusammenhalt an der Schule mit Kollegen und Eltern würde das alles aber nicht funktionieren, sagt sie. „Wir sind hier wie eine große Familie.“ Viele „tolle Lehrer, tolle Eltern, die so gut mitziehen“ – dadurch „ist es leicht, mit Freude zur Arbeit zu gehen und den Schülern gegenüber zu treten“.

Schon als Kind möchte Ingrid Schmidt Lehrerin werden. Schule spielen sei eine ihrer liebsten Beschäftigungen gewesen. „Es ist ein total schöner Beruf“, sagt sie. Immer was Neues, neue Schüler, Klassenfahrten, Projekttage... Außerdem sei es schön, die Kinder ein Stück in ihrem Leben zu begleiten. Von der fünften Klasse, als „kleine Butscher“, bis zur zehnten. Dabei ist es ihr einerseits wichtig, sie für das Fach zu begeistern. Sie möchte ihnen aber auch menschliche Werte wie Mitgefühl und Respekt vermitteln. „Die müssen sie haben, wenn sie die Schule verlassen.“

In ihrer Freizeit genießt die dreifache Mutter und zweifache Oma die Stunden mit der Familie, Freunden und beim Sport. Oder sie gönnt sich Ruhe und liest ein Buch. An den Ruhestand will Ingrid Schmidt aber noch nicht denken. „Dafür habe ich noch zu viel Energie.“ An der Europaschule hoffen alle, dass sie sich die noch lange bewahrt. Doreen Karsten: „Wir gratulieren und sind ganz doll stolz auf sie.“

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