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Hagenower Kreisblatt

19. August 2017 | 07:21 Uhr

Gresse : Mit viel heißer Luft zum Erfolg

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Europas größte Freiland-Dämpfanlage befreit Böden in MV von Unkraut. BioBehr GmbH in Gresse erhielt außerdem Regionalmarke

Gresse  Der Standort gehöre zu den „unternehmerischen Leuchttürmen“  im Gemüseanbau des Landes Mecklenburg-Vorpommern, lobt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus  am Dienstag während einer Besichtigung der BioBehr GmbH in Gresse und Kölzin.  Angereist ist  der Sozialdemokrat, weil er eine Dämpfanlage zur umweltfreundlichen Bekämpfung von Unkraut - die europaweit erste ihrer Art- in Augenschein nehmen will. Auch wenn es bereits erste Kritik an dieser Technologie in Teilen der Bauernschaft gibt, weil der Dampf angeblich alles Leben im Boden abtöte.

Die vollautomatische Maschine ermögliche eine effektive Bodendämpfung auf dem offenen Feld, wodurch Pflanzenschutzmittel eingespart und Lebensmittel von höchster Qualität produziert werden könnten, betont Backhaus. Etwa 3300 Quadratmeter  Fläche könne die Anlage, die eigens von der Firma entwickelt worden sei,  pro Tag auf ökologisch schonende Weise von Unkrautsamen befreien.

Zwar sei  die Idee der Unkrautbekämpfung mittels thermischer Verfahren nicht neu – im Gewächshausanbau werde sie schon seit vielen Jahren praktiziert, die Technologie für die Dämpfung im Freiland sei allerdings erst seit kurzem verfügbar und komme nun erstmalig bei uns im Land zur Anwendung, freut sich der Minister. Einen maßgeblichen Beitrag zu diesem Erfolg habe der Betrieb durch „unternehmerischen Innovationsgeist“ und „Mut zu neuen, technischen Ansätzen“ selbst geleistet.

„Wir wollen im Einklang mit der Natur wirtschaften“, betont Backhaus, bevor BioBehr-Geschäftsführer Thomas Arndt  von Klaus Jarmatz, dem Leiter des Biosphärenreservatsamtes Schaalsee-Elbe, die begehrte Plakette zur Regionalmarke „Biosphärenreservat Schaalsee - Für Leib und Seele“ in Empfang nimmt. Er hat auch Ende Mai dieses Jahres den Antrag gestellt. „Ich bin davon überzeugt, dass wir der nachhaltigst produzierende Betrieb Deutschlands sind“, sagt Arndt selbstbewusst. „Wir sind hier in der Kernfläche der Biosphäre mit Land und Leuten verwurzelt.“

Rudolf Behr, der Hauptaktionär der Behr AG und Vorstandsvorsitzende, holt noch weiter aus und sieht Nachhaltigkeit auch eng mit Sozialverantwortung verknüpft. „Wir zahlen für die 70 festangestellten Mitarbeiter aus der Region und die bis zu 300 Saisonkräfte deutlich höhere Löhne, als andere.“ Auch seien neue Sozialtrakte für rund 150 000 Euro eingerichtet worden. Und den Böden würden  Ruhephasen gegönnt, erzählt der 64-Jährige, der  nach der Wende vom Firmenhauptsitz im niedersächsischen Sevetal gleich in die Region gereist sei. Eine abenteuerliche Zeit sei das  gewesen, erinnert sich der Senior schmunzelnd. Und gesteht: Es habe sich jedoch gelohnt und die Plakette mache ihn stolz. 

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erstellt am 28.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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