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Hagenower Kreisblatt

20. September 2017 | 20:31 Uhr

Zarrentin : Mit Martin Luther auf Zeitreise

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

60 Schüler der 5. Klassen der Fritz-Reuter-Schule weilten für einen Moment in der Zeit vor 500 Jahren

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Es war eine illustre Runde, die die Schüler der 5. Klassen der Zarrentiner Fritz-Reuter-Schule in der Kirche der Schaalseestadt gestern empfing.  An der Tafel mit dem Reformator Martin Luther saßen seine Frau Katharina von Bora, der Musikus und Kantor Johann Walter, sein Professor, die Freundin von Luthers  Frau, eine Nonne aus dem Kloster und nicht zuletzt die Haushälterin, die gute Seele des Hauses.

60 Schüler der fünften Klassenstufe der  Fritz-Reuter-Schule gingen gestern auf eine Reise in die Vergangenheit, 500 Jahre zurück, als die Reformation in Deutschland begann. Schule und Kirchgemeinde hatten zusammen dieses aufwendige Projekt vorbereitet.

„Wir arbeiten eng mit der Kirchgemeinde zusammen. In gemeinsamen Gesprächen sind wir auf das Luther-Projekt gestoßen, weil wir uns ja im Luther Jahr mit 500 Jahren Reformation befinden“, erzählt Religionslehrerin  Martina Wößner, die eine Freundin von Katharina von Bora darstellte,  im SVZ-Gespräch. Und sie lobte die gute Vorbereitung mit Kirchengemeinde und den jeweiligen Klassenlehrern. Immerhin habe man ein dreiviertel Jahr diesen Tag vorbereitet.  Anliegen des Vorhabens war es, den Kindern hautnah die Zeit der Reformation nahe zu bringen und dabei u.a. solche Fragen zu beantworten: Wie lebte Luther? Wie sah es damals überall aus? Wie waren die Menschen gekleidet? Wie sprachen sie? 

Nach den Worten von Religionslehrer Steffen Busch, der übrigens gestern Martin Luther darstellte, gab es verschiedene Stationen für die Schüler in Kirche und im Kloster. Im Refektorium sahen sie beispielsweise einen Film über Luther.

„Wir haben für die Schüler fünf Stationen vorbereitet. In der Kirche machen sie sich mit der Orgel vertraut,  und lernen ein Lied aus der Luther-Zeit. Eine weitere Station war in der Lüneburger Kapelle mit Pastor Meister, der den Professor von Luther darstellte. Dort ging es um den Ablasshandel. Die dritte Gruppe hatte in der Bibliothek Platz genommen, um sich mit den unterschiedlichen Schriftarten auseinanderzusetzen. Außerdem konnten die Schüler ihre Thesen an eine Tür in der Kirche ,anschlagen’“, wie von  Steffen Busch zu erfahren war.  Und dann kamen die Schülergruppen auch noch im Keller des Klosters zusammen, um Luthers Gewitterangst nachzuempfinden, ergänzte Gemeindepädagogin Sophie Mieschel das Programm.

Und wie sahen die Schüler dieses nicht alltägliche Projekt? Jette (11) sagte auf SVZ-Nachfrage. „Ich finde so eine Aktion interessant, wenn wir nicht in der Schule den Unterricht haben sondern hier in der Kirche sind.“ Sie fand vor allem die Station im dunklen Keller der Klosters mit der Gemeindepädagogin aufregend und mal anders. Nele (11): „Ich finde das Projekt gut, weil wir ja gar nicht wissen, wie die Leute damals aussahen. Für mich war der Unterricht hier eine Zeitreise“, erzählt sie.

 

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