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Bitte Rasen mähen und Steine entfernen : Mit Kanonen auf Spatzen geschossen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Zahlreiche Bürger ärgern sich über Schreiben aus der Verwaltung

von
erstellt am 11.Jul.2015 | 16:00 Uhr

Ja, er sei von mindestens drei Grundstückseigentümern angesprochen worden, die von der Verwaltung aufgefordert worden waren, Grünstreifen vor ihrem Grundstück zu mähen oder Steine zu entfernen, bestätigte der stellvertretende Bürgermeister Christian Fabel (CDU). Ratsmitglied Thorsten Knebusch (Unabhängige) weiß von Bekannten, die einen Stein vor dem Grundstück, der da schon lange liegt, entfernen sollen. Andere sollen den Grünstreifen mindestens einmal in der Woche mähen, obwohl der weiße Begrenzungsstreifen an der Straße und die Straßenpfähle gut zu sehen sind. Auch SVZ erreichten Anrufe von aufgebrachten Bürgern, die sich in mehrerer Hinsicht geärgert haben.

Eine davon ist Annegret Steiner aus Stixe. Sie soll zwei Steine von dem Tritt vor ihrem Grundstück entfernen. „Wir haben die Steine da hingelegt, damit die schweren Fahrzeuge von Straathof uns nicht gleich zur Haustür hineinfahren. Hier im Dorf wird viel dafür getan, dass es ordentlich aussieht und umso weniger kann ich verstehen, dass man uns so einen Brief schreibt. Wir haben uns sehr geärgert. Auch unser Sohn in Kaarßen soll Steine von seiner Auffahrt entfernen.“

Karin Toben aus Rassau wurde aufgefordert, mindestens einmal wöchentlich den Grünstreifen vor ihrem Grundstück zu mähen. Ihr wurde eine Frist von zwei Wochen gesetzt. Die war schon mal nicht einzuhalten, weil die Post wegen des Poststreiks erst zwei Wochen später angekommen ist. Was sie besonders ärgert, ist der Tonfall in diesem Schreiben: eine Fristsetzung und die Androhung einer „Ersatzvornahme“, sollte sie ihrer Pflicht im genanntem Zeitraum nicht nachkommen. Das heißt, sie müsste, kann sie nicht selbst den Graben vor ihrem Grundstück mähen, eine andere Person beauftragen. Tut sie das nicht, beauftragt die Gemeinde jemanden und stellt eine Rechnung. „Wenn es darum geht, die Verkehrssicherheit herzustellen, habe ich volles Verständnis. Meiner Ansicht nach ist auf der Straße vor meinem Grundstück niemand gefährdet, alles ist einsehbar. Worüber ich mich aber richtig ärgere, ist der Tonfall. Aus heiterem Himmel schneit einem ohne Vorwarnung da so ein Schreiben ins Haus. Außerdem wundere ich mich darüber, dass man in einer Gemeinde, die so verschuldet ist, Personal übrig hat, um das ganze Amt Neuhaus zu bereisen, um Grundstück für Grundstück zu besichtigen. Die Verhältnismäßigkeit ist in dieser Angelegenheit nicht gewahrt.“

SVZ sprach mit der Vertreterin der Bürgermeisterin in der Verwaltung, (die Bürgermeisterin ist im Urlaub), Nicole Bielenberg. Wenn die Bürger das Schreiben als so negativ empfunden hätten, täte ihr das leid. Als Gemeinde sei man aber verpflichtet, für die Verkehrssicherheit zu sorgen und auch dafür zu sorgen, dass die Bürger ihrer Pflicht laut Straßenreinigungssatzung nachkommen. Vorher hätten die Ortsvorsteher einzelne Grundstücksbesitzer auf ihre Pflicht hingewiesen, jetzt seien von einem Mitarbeiter alle Grundstücke besichtigt worden. Etwa 150 Briefe sind rausgegangen. Laut Nicole Bielenberg hätte man sich in vielen Fällen auch schon mit den Bürgern geeinigt. Für Christian Fabel scheint man aber in der Verwaltung mit Kanonen auf Spatzen geschossen zu haben, man könne ja erstmal einen Hinweis geben und erst dann, wenn sich nichts tue, mit dem Briefeschreiben anfangen. Er will, genau wie Thorsten Knebusch, im Verwaltungsausschuss am Dienstag der Sache auf den Grund gehen.

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