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Apfel-Geschichte : Mit Geschmack und mit Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Hermann Stollberg und Sabine Wittkopf starten neues Erhaltungsprojekt für Apfelsorte „Fürst Blücher“ /Alter Baum steht bei Marianne Sühr

von
erstellt am 04.Feb.2015 | 13:23 Uhr

Im Vergleich zum Roten Brasilapfel kommt der „Fürst Blücher“ eher unscheinbar daher. Gezüchtet wurde dieser gelbe Apfel mit den charakteristischen Schalenpunkten um 1880 im mecklenburgischen Vellahn aus einem Sämling der Apfelsorte „Gelber Richard“. Als Regionalsorte ist der Fürst Blücher in Mecklenburg und im Norden Niedersachsens bis an die Niederelbe sehr beliebt gewesen. Die pomologische Fachliteratur bescheinigt ihm Tafelqualität.

„Vom Geschmack her ist der Fürst Blücher einer meiner Lieblingsäpfel“, schwärmt Apfelexperte Hermann Stolberg, der gemeinsam mit Sabine Wittkopf im Amt Neuhaus unterwegs ist, um Reiser zur Vermehrung des Fürst Blücher zu schneiden. „Der Fürst Blücher ist nicht so anspruchsvoll an seinen Standort wie beispielsweise der Brasil. Er kommt auch mit eher sandigem Boden zurecht. Lagern kann man ihn bis in den Januar. Der Fürst Blücher wurde in unserer Region für die Anlage von Streuobstwiesen empfohlen“, erklärt Hermann Stolberg.

Wie gut, dass Marianne Sühr in Pommau eine Wiese mit einer großen Auswahl alter Apfelsorten ihr Eigen nennt. Hier steht ein stattlicher Fürst Blücher mit einer ganz besonderen Geschichte. „Mein Schwager und seine Familie wurden Anfang der 50er Jahre aus Privelack zwangsausgesiedelt. Kurz bevor die Fabels weg mussten, sagte mein Schwager noch zu mir, dass sie gerade erst einen Apfelbaum gepflanzt hätten und dass wir den holen sollen. Das haben wir heimlich gemacht, da wir dort nicht mehr hin durften“, erzählt Marianne Sühr. „Haus und Hof meines Schwagers wurden anschließend gesprengt. So hat wenigstens der Apfelbaum in meinem Garten überlebt. Und der Fürst Blücher ist ein schöner Apfel.“

Hermann Stolberg begutachtet derweil die Pommauer „Ernte“ für die Sortenvermehrung, wenig Reiser sind zusammengekommen:„Das ist ein alter, fest verwachsener Baum, der es nicht mehr nötig hat, viele Wassertriebe zu bilden. Er hat fast nur noch Fruchttriebe und davon sehr viele. Dem Baum geht es richtig gut und er wird noch viele Jahre hier stehen.“ Ein Fürst-Blücher-Baum am Obstlehrpfad an der alten Kreisstraße in Bitter liefert daraufhin die restlichen Reiser, die für die Sortenvermehrung in Zusammenarbeit mit der Pinneberger Baumschule Cordes benötigt werden.

Beim 2. Neuhauser Apfel-Genusstag am 18. Oktober 2015 können die Bäume dann zum Selbstkostenpreis erworben werden. Wer einen Fürst-Blücher vorbestellen möchte, kann dies bei Sabine Wittkopf unter der Nummer 038841/61377 tun.

Den kompletten Beitrag finden Sie im e-paper Programm unserer Zeitung und natürlich in der Printausgabe am Donnerstag.

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