Mit Feuer und Flamme für die Elbebrücke

Die Menschen setzten ein „flammendes“ Zeichen für ihren Wunsch nach einer Brücke. Thilo Röpke (7)
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Die Menschen setzten ein „flammendes“ Zeichen für ihren Wunsch nach einer Brücke. Thilo Röpke (7)

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13. Januar 2013, 06:10 Uhr

Darchau | Die Organisatoren vom Verein "Brücken bauen" hatte 1000 Fackeln besorgt und waren zuletzt doch recht verzagt: Die bereitgestellten Fackeln reichten bei weitem nicht für alle Teilnehmer der Demonstration für die Elbbrücke bei Darchau. Es waren wohl etwas über 2000 Menschen von links und rechts der Elbe, die mit dieser "feurigen" Demonstration vor der Bürgerbefragung am nächsten Sonntag ein Zeichen setzen wollten für ihren unbedingten Wunsch nach einer festen Elbquerung.

Erwartung der Organisatoren weit übertroffen

"Ich bin überglücklich, das so viele gekommen sind", konnte Organisator Jörg Sohst es kaum fassen, als sich immer mehr Menschen am Pavillon eine Fackel abholten, um dann in Richtung Groß Kühren weiter auf dem Deich zu gehen. Am Montag hatte man noch zusammen gesessen und war kurz davor, die Aktion abzublasen. "Wir haben gedacht, wenn 200 Leute kommen, dann haben wir Glück, nun sind es zehn Mal so viele und die Bilder sind herzerwärmend." Zum Brückenfest am dritten Oktober waren auch viel mehr Menschen nach Darchau gekommen, als erwartet, aber da war es sonnig und es gab ein Programm und zu essen und zu trinken. Am Sonnabend nun lagen die Temperaturen unter Null, die Leute waren in dicke Jacken, Schals und Mützen gehüllt. Manch einer erkannte den Nachbarn erst spät. "Aber diese Stimmung ist einmalig. Es ist ruhig und alle Leute haben sich hier versammelt, weil sie ein einziger Wunsch eint, nämlich, dass es endlich eine Brücke über die Elbe gibt", schwärmte Bärbel Kagel aus Schwaberow, die mit Ehemann Karlheinz an die Elbe gekommen war, weil sie oft zu Besuch bei ihrer Tochter in Alt Garge ist und weiß, wie es ist, für jede Überfahrt zur Kasse gebeten zu werden.

Sophie aus Stapel besucht das Gymnasium in Bleckede, da erübrigt sich eigentlich jeglicher Kommentar. Denn wenn die "Tanja" ausfällt, dann werden die Schüler über Lauenburg nach Bleckede gebracht. Und wenn die Fähre fährt, müssen die Schüler in Darchau aussteigen, mit der "Tanja" übersetzen und dann dort wieder in einen Bus einsteigen. Manch Elternteil macht sich da jeden Tag Sorgen. Sophie war mit ihren Eltern Birgit und Christian Klettke gekommen und Bruder Tom war natürlich auch mit dabei.

Auch von links der Elbe kamen viele, natürlich mit der Fähre. Ruth und Kira Grewe aus Adendorf, weil das Amt Neuhaus zum Landkreis gehört und ihrer Meinung nach nur durch eine Brücke endlich ganz angeschlossen ist. Die Feuerwehr hatte Feuerkörbe aufgestellt, an denen nach einem Signal alle ihre Fackeln entzündeten. Längst nicht jeder hatte eine abbekommen, einige hatten Laternen von zu Hause mitgenommen. Nach dem Entzünden bot sich das beste Bild aus dem Cockpit der "Tanja". Karl-Heinz Hoppe vom Verein "Brücken bauen" hielt eine kurze Ansprache. "Wer für die deutsche Einheit ist, muss auch die Brücke wollen", und zwei junge Männer spielten auf ihrer Trompete das Niedersachsenlied. Nach eine halben Stunde waren die Fackeln fast herunter gebrannt, die Menschen traten ihren Heimweg an. "Ich bin sehr bewegt", so die Neuhauser Bürgermeisterin, Grit Richter.

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