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Hagenower Kreisblatt

18. November 2017 | 13:22 Uhr

Zarrentin : Mit den Jägern raus in die Natur

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Zarrentiner Schüler wurden gestern von den Meistern des Waldes zu einer besonderen Exkursion geführt.

von
erstellt am 18.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Die Jäger der Region haben gestern mit einem außergewöhnlichen Projekttag bei Schülern der Zarrentiner Schule gepunktet. „Raus in die Natur“ hieß es kurz und bündig, und das Motto wurde für die 21 Teilnehmer gleich vom ersten Meter an ernst genommen. Von der Schule zum Pahlhuus, der ersten Station, ging es zünftig mit dem Vierspänner vom Friesenhof „Menne“ bei Lehsen. Zuvor hatten Jäger mit einigen Signalen aus ihren Jagdhörnern den Tag eingeläutet.

So richtig in die Natur ging es im Hauptquartier der Biosphäre Schaalsee dann auch noch nicht, obwohl die Kindern aus erster Hand viel Wissenswertes über den See und seine natürliche Umgebung erfuhren. Und das von einem Mann, der er es wissen muss. Schließlich untersteht die Verwaltung dem Minister Till Backhaus. Der hatte große Freude an dem Projekt und begleitetet Kinder und Jäger bei ihrem Ausflug. „Leider ist das Leben vieler Kinder heute sehr naturfern geprägt. Der oftmals lange Schulalltag, der Umgang mit den Medien, Internet, Computer, Tablet, Handy und Fernsehen, lässt einen Einblick in die Tierwelt oftmals nur von weitem zu. Deshalb ist das Engagement der Jäger sehr zu begrüßen“, freute sich der Minister.

Eine emotionale Bindung zur Natur, darum gehe es. Bei den Zarrentiner Kindern rannten die Jäger dabei offene Türen ein. Die wenigen Kursplätze waren schon nach einem Tag weg, so begehrt war der Ausflug mit den Grünröcken. Nahe Schalliß boten die Weidmänner den Kindern gleich einige Stationen zur Anschauung an. Zunächst wurde die Pfanzen- und Tierwelt vorgestellt, auf einer anderen Station zeigte Hundeführer Jens Harder, wie die Nachsuche beim Wild aussieht und wie ein Jagdhund apportiert. All das war verbunden mit umfangreichen Spaziergängen. Kulinarischer Höhepunkt war der Verzehr von Wildbürgern, in enger Kooperation mit dem Forstamt Schildfeld.

„Man achtet und schützt nur, was man kennt und versteht“, das ist das Motto der Jäger, die gerade in unserem Kreis gegen den Ruf kämpfen, der anderswo Jägern angehängt wird. Sven Drewke, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes und gestern ebenfalls vor Ort, kämpft schon lange darum, die Jäger eben nicht nur an ihrer Jagdwaffe festzumachen. Die Hege und Pflege gehöre mindestens genauso dazu. Michael Kuhn, Organisator des Projekttages und Mitglied im Vorstand des Kreisjadverbandes, ist Brauchtumsbeauftragter und hat eine besonders enge Verbindung zur Zarrentiner Schule. Bietet der erfahrene Jagdhornbläser doch regelmäßig Unterricht für Kinder an eben jenem Jagdhorn an. Ein außerunterrichtliches Angebot, auf das die Schule in der Klosterstadt besonders stolz ist. Doch an jeder Schule können die Jäger nicht derartige Angebote unterbreiten. Dafür reichen die Kapazitäten nicht.

Der Projekttag wird heute übrigens fortgesetzt. Heute geht es wieder musikalisch zur Sache. Christoph Moinian, Solohornist beim „Deutschen Naturhorn Ensemble“ und beim Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin, wird mit den Schülern über das Naturhorn sprechen, einiges vorspielen und natürlich Unterricht geben sowie anleiten. Das Projekt soll keine Eintagsfliege bleiben, sondern 2018 seine Fortsetzung finden.

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