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Minister Dobrindt in Scharnebeck : Mit dem „Keiler“ ins Hebewerk

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Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt besuchte das Schiffshebewerk in Scharnebeck. Er kam mit dem Eisbrecher von Lauenburg

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erstellt am 19.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Er kam mit dem Eisbrecher „Keiler“ aus Lauenburg nach Scharnebeck und erwies sich als wetterfest. Als der „Keiler“ in den Trog des Schiffshebewerks einlief regnete es, aber Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), ging trotzdem nach draußen an die Reling des Schiffes. Das war aber wohl den an der Seite im Trog wartenden Journalisten und ihren Kameras geschuldet. Die hatten bei der Überwindung des Höhenunterschiedes reichlich Gelegenheit, den Minister abzulichten.

Dobrindt war der Einladung der Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann (CDU) aus Lauenburg und Eckard Pols (CDU) aus Lüneburg zur Besichtigung des Schiffshebewerks gefolgt. Pols war verhindert und wurde von Henning Otte (CDU) vertreten. Lange mussten die Offiziellen, unter ihnen der stellvertretende Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, Martin Exner, Vertreter des Schiffshebewerks und der Bürgermeister von Scharnebeck, Laars Gerstenkorn, auf den Minister warten. Aber dann bekamen sie das zu hören, was sie sich wünschten.

„Alles, was von Seiten meines Hauses getan werden kann, damit die Lüneburger Schleuse gebaut wird, soll auch geschehen“, so der Minister. Es geht um den Neubau einer Schleuse neben dem Schiffshebewerk, denn das Hebewerk ist an die Grenzen seiner Kapazität gekommen. Das Schiffshebewerk in Scharnebeck überwindet eine Höhendifferenz von 39 Metern zwischen dem Elbe-Seiten-Kanal und der Elbe. Der Kanal ist eine der wichtigsten Wasserstraßen Norddeutschlands. Er verbindet den Mittellandkanal bei Edesbüttel westlich von Wolfsburg mit der Elbe bei Artlenburg kurz vor Hamburg. Auf dem Kanal gelangen Waren und Güter vom Hamburger Hafen Richtung Süden nach Braunschweig, Salzgitter, Hannover, Osnabrück und bis in das Ruhrgebiet. Über den östlichen Zweig ist er auch eine Alternative zur Elbe zwischen Magdeburg und Lauenburg, wenn auf der Elbe wegen fehlender Wasserstände nicht gefahren werden kann. Zunehmend erweist sich aber das Schiffshebewerk als Flaschenhals, denn die Schubverbände werden länger, die Binnenschiffe größer. Das Hebewerk ist nur für Schiffe mit einer Länge von 100 Metern und einer Breite von zwölf Metern ausgelegt.

Ein breites Bündnis aus den Ländern Hamburg und Niedersachsen, Landkreisen, Städten, Kommunen, Verbänden und großen Unternehmen hat sich dafür stark gemacht, das der Schleusenneubau als vorrangig in den Bundesverkehrswegeplan mit aufgenommen wird. Das ist nun geschehen und auch Stellen für die umfangreiche Planungsarbeit sind bewilligt.

Der auf 270 Millionen Euro taxierte Schleusenneubau könnte 2025 beginnen. Martin Exner bedankte sich bei Minister Dobrindt für die feste Verankerung des Schleusenneubaus in der Infrastrukturplanung des Bundes, bat aber auch, alle Möglichkeiten einer möglichst zügigen Planung zu prüfen. „Je früher Baureife hergestellt werden kann, je früher der Flaschenhals in Scharnebeck beseitigt wird, desto besser für Umwelt und Wirtschaft“, so Exner. „Wir haben eine Zeit hinter uns, in der zu wenig Geld in die Infrastruktur investiert wurde. Jetzt werden die Mittel um 40 Prozent von vorher zehn Milliarden auf 14 Milliarden Euro gesteigert, denn Investitionen in die Infrastruktur sind keine Selbstzweck“, unterstrich Dobrindt abschließend.

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