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Hagenower Kreisblatt

16. Dezember 2017 | 21:51 Uhr

Die Linke : Mindestlohn durch Zuschüsse

vom

Das Ziel der Landespartei Die Linke ist eindeutig formuliert und auf den Weg gebracht: 10 Euro Stundenlohn als garantiertes Mindestentgelt für alle arbeitenden Menschen, denen dieses Entgelt nicht gezahlt wird.

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erstellt am 27.Jan.2012 | 09:54 Uhr

LUDWIGSLUST | Das Ziel der Landespartei Die Linke ist eindeutig formuliert und auf den Weg gebracht: 10 Euro Stundenlohn als garantiertes Mindestentgelt für alle arbeitenden Menschen, denen dieses finanzielle Entgelt nicht gezahlt wird. Um diese sozial-wirtschaftliche Wertschätzung von menschlichem Engagement durch Arbeitgeberhand auch tatsächlich gesetzlich verankern zu können, will die Partei einen Volksentscheid erwirken. Dazu benötigt es immerhin 15 000 Unterschriften, damit es zum Thema im Landtag werden kann.

Es wird insbesondere Aufgabe der 17 Diskussionsteilnehmer sein, diese Forderung möglichst in breiter Öffentlichkeit publik zu machen. Beim Diskussionsabend im Linken-Büro des Ludwigsluster Ortsverbandes tauschten sie sich mit "ihrem" Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Helmut Holter, fleißig über das Für und Wider dieser Mindestlohnmage aus. Auf dem Podium mit dabei waren Gastgeberin und Moderatorin MdL Jacqueline Bernhardt, Stadt-Kämmerin und Vorsitzende des Landesverbandes der Volkssolidarität Petra Billerbeck und der Ludwigsluster Unternehmer Thomas Schrapers, Arbeitgeber für 75 Beschäftigte im Metallbau. Den Weg zu dieser möglicherweise bundesweit zündenden Initiative umriss Helmut Holter mit einem Konzept, das allerdings mit einem dicken Fragezeichen behaftet ist. Der Linken-Spitzenpolitiker forderte für einen erfolgreiche Startphase Lohnkostenzuschüsse aus dem Bundeshaushalt, was derzeit wohl gar nicht ins Euro-Krisenmanagement der Merkel-Regierung passen würde. Doch der MV-Landtagsabgeordnete sieht Möglichkeiten durch Übergangsfristen, Anpassen der Rentenpolitik und Überwinden von Hartz IV-Hürden. Bei allen Forderungen darf die Tarifpolitik der Gewerkschaften nicht ausgehebelt werden, räumt Holter ein.

Zwischen den viel beschriebenen Stühlen saß Petra Billerbeck: Als Kämmerin der Stadt muss sie ein strenges und sparsames Auge auf die Finanzen der Stadt walten lassen. Als VS-Vorsitzende steht sie dafür ein, dass Arbeit belohnt werden muss; und zwar so, dass die Wertschätzung finanziell wie in der Erlebensqualität spürbar ist. Sie sah nach einem entsprechenden Einwurf von Jacqueline Bernhardt durchaus auf einem längeren Zeitraum vorausgeschaut Einsparpotenziale für soziale Leistungen der Stadt, wenn Menschen durch Mindestlöhne mehr wirtschaftliche Flexibilität erlangen. Doch erst einmal müsste den Kommunen vom Land mehr Finanzkraft verliehen werden, so ihr Ansatz.

Arbeit muss sich lohnen, für den Arbeitnehmer wie für den Unternehmer, dafür trat auch Firmenchef Thomas Schrapers ein. Seine Arbeitskräfte samt sieben Auszubildende liegen auf einem Lohnniveau, das sich um die 10 Euro/Stunde bewege. Es werde allerdings immer schwieriger, Fachkräfte für dieses Geld zu halten.

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