Großinvestor aus Vielank : Millionenforderung gegen Kai Hagen

Das Brauhaus Vielank mit Gastronomie und Großbrauerei.
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Das Brauhaus Vielank mit Gastronomie und Großbrauerei.

Es soll sich um einen Milionenbetrag handeln, den das Finanzamt Hagenow jetzt von dem Düsseldorfer Unternehmer Kai Hagen verlangt. Er betreibt unter anderem das "Vielanker Brauhaus" und in Dömitz die "Hafengastronomie".

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18. Mai 2012, 10:23 Uhr

Vielank/Hagenow | Es soll sich um einen Milionenbetrag handeln, den das Finanzamt Hagenow jetzt von dem Düsseldorfer Unternehmer Kai Hagen verlangt. Der mit der Griesen Gegend eng verbundene Sohn eines Vielankers, betreibt an seinem einstigen Wohnsitz das "Vielanker Brauhaus", in Dömitz die "Hafengastronomie" sowie das "Kaufhaus" und investiert seit wenigen Monaten in das ehemalige Hotel "Eichenhof" in Heiddorf. Das alles ist vorbei, wenn die horrende Nachzahlung an den Fiskus nicht erfüllt wird, erklärte Hagen telefonisch gegenüber der SVZ.

Die Begründung für die Zahlung wurde Kai Hagen nach sieben Wochen Prüfen der Einzelunternehmen auf amtlichen 150 Seiten präsentiert. Über die exakte Gesamtsumme schweigen sich beide Parteien aus. Kai Hagen hat jetzt seine Anwälte und spezielle Steuerfachkräfte eingeschaltet. Auch soll es in der kommenden Woche ein Gespräch zwischen Vertretern des Finanzamtes und dem Investor oder dessen Beauftragten geben: So oder so ein Gespräch auf Messers Schneide mit nachhaltigem Ausgang für beide Parteien.

Weil er innovative Ideen mit viel Energie und Geld in gleich mehrere Projekte an den jetzigen Betriebsstandorten eingesetzt hat, erklärte sich Hagen auch jetzt noch immer gesprächsbereit gegenüber der Finanzbehörde. "Ich habe sehr viel Herzblut in das Gesamtprojekt im Herzen meiner alten Heimat gesteckt. Nicht zuletzt ist mein Engagement gegen den Kohleabbau in der Griesen Gegend ein Beweis für mein Interesse dort den sanften Tourismus zu stützen", so der Unternehmer.

An seinen vier Unternehmen hängen viele Arbeitsplätze. Nach Aussagen von Kai Hagen würde das bedeuten: 80 Menschen verlieren in Vielank ihre Arbeit, 70 Beschäftigte in Dömitz und für die neue Investition in Heiddorf wären 30 Arbeitsplätze geschaffen worden, die nun aber erst einmal nicht in Betracht kommen.

Da diese Immobilie als "Katze im Sack" erworben wurde und eine Kernsanierung anstand, ist diese Investitionssumme noch nicht nennbar, so der Investor gegenüber der SVZ.

Mit der Investition in die durch Brand und Wetterunbilden heruntergekommene Heiddorfer Immobilie wären nicht allein Arbeitsplätze geschaffen worden, ein Schandfleck wäre verschwunden, ein Treffpunkt wieder neu entstanden. Doch Kai Hagen hat alle Investitionen gestoppt. Selbst die Feier des zehnjährigen Bestehens des "Vielanker Brauhauses" an den drei Standorten zu Beginn des Monats wurde abgesagt.

Hagen selbst findet kaum Worte für diese, seiner Meinung nach, in keinster Weise gerechtfertigten Forderungen. "Die Bücher stimmen, die Belege sind vorhanden, die Steuern bezahlt. Das ist ein Desaster für mich, die Beschäftigten und Gäste. Der Imageverlust kommt einem Waterloo gleich. Sollte sich keine Einigung finden lassen, ziehe ich mich für immer aus Mecklenburg-Vorpommern zurück."

Aus dem Finanzamt Hagenow waren von Vorsteherin Jutta Dellin hingegen beruhigende Worte zu hören. Die Chefin der Fachbehörde verwies darauf, dass die Gesamtprüfung mit Bewertung wohl kommende Woche abgeschlossen werden könne.

Anschließend werden sich die Parteien an einen Tisch zu setzen und über die Gesamtproblematik sprechen - sehr wohl dabei auf eine taxierte Summe zurückgreifend. Bei der Prüfung des Unternehmens Hagen im Landkreis handle es sich um eine normale Betriebsprüfung. Das Ergebnis bezeichnet die Vorsteherin "als derzeit völlig offen in allen Richtungen und in keiner Weise existenzbedrohend."

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