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Hagenower Kreisblatt

23. November 2017 | 01:21 Uhr

Hagenow : Millionen für die Bundeswehr

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Stück für Stück wird die Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne zu einem Musterstandort umgebaut. Sanitätszentrum ist nur eines der Projekte

von
erstellt am 10.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Es wird kein normales Krankenhaus und schon gar kein Sanatorium, dieser große Rohbau auf dem Gelände der Hagenower Kaserne. Das „Sanitätsversorgungszentrum“ wird auch dafür ausgelegt sein, im Notfall verwundete Soldaten zu pflegen und für Einsätze wieder fit zu machen. Auf diesen ganz wesentlichen Gedanken machte Oberstleutnant Jan-Friedrich Tillmann, der Kommandeur der Hagenower Grenadiere, beim Richtfest vor wenigen Tagen aufmerksam.

Der insgesamt 6,3 Millionen Euro teure Neubau direkt neben dem Stabsgebäude der beiden Hagenower Bataillone ist so etwas wie ein Meilenstein. Und das in mehrfacher Hinsicht. Zum einen für die medizinischen Kräfte in Uniform. Sie bekommen in absehbarer Zeit hervorragende Arbeitsbedingungen und müssen nicht mehr mit Provisorien leben. Zum anderen für die Kaserne insgesamt. Denn fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit ist in den vergangenen Jahren sehr viel in die Modernisierung des weitläufigen Geländes investiert worden. Die große Instandsetzungshalle steht beispielhaft dafür.

Nun also sind die Sanitäter an der Reihe. Konkret geht es sogar um zwei Einheiten, den Sanitätsversorgungszug und die so genannte Zug-Sanitätsunterstützung, insgesamt so um die 60 Leute, die ab Juli kommenden Jahres zum ersten Mal unter einem Dach zusammenarbeiten werden.

Obwohl das Geld eigentlich ja vom Bund kommt, liegt die Umsetzung der komplizierten Baumaßnahme in den Händen des „Betriebs für Bau- und Liegenschaften“ des Landes“.

Die Verantwortlichen des Landesbetriebes nannten beim Richtfest den Bau dann auch „herausfordernd“. Es geht um 1040 Quadratmeter Nutzfläche auf zwei Geschossen, die zahlreiche Untersuchungs- und Behandlungsräume aufnehmen. Nicht nur dem Leiter des Hagenower Sanitätsversorgungszentrums, Oberfeldarzt Dr. Jan-Pierre Porenski war die Freude über den Baufortschritt anzusehen. Sein Chef, Flottenarzt. Dr. Sven Andresen aus Neubrandenburg, würdigte den Bau als wichtiges Stück neuer Infrastruktur, die nun entstehe. Schließlich gab es sehr lange Planungen, die endlich zu dem Bau führten.

Es ist nicht die einzige Großbaustelle, die es derzeit in der Kaserne gibt. Parallel wird auch ein großes Unterkunftsgebäude errichtet, für etwas mehr als acht Millionen Euro. Der Neubau ersetzt einen alten Bau aus DDR-Zeiten. Bei allen Baustellen wird vom Landesbetrieb im übrigen darauf geachtet, dass möglichst viele heimische Firmen beim Ausbau zum Zuge kommen. Das war schon beim Richtfest sichtbar und wird sich fortsetzen, denn bis zum Jahresende soll der Rohbau wetterfest sein.

Hagenow mit seiner Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne ist der größte und wichtigste Heeresstandort in Westmecklenburg. Aktuell ist von 1680 Dienstposten die Rede. Größter Verband ist das Panzergrenadierbataillon 401, gefolgt von großen Teilen des Versorgungsbataillons 142.

Kommentar des Autors
Unterschätztes Jobwunder
Was haben wir denn von den Soldaten, die fast alle auswärts wohnen und abends nie da sind? Eine ganze Menge und damit ist nicht nur die Teilhabe an den Bauarbeiten gemeint. Die Bundeswehr ist ein wichtiger Arbeitgeber, den reinen Zahlen  nach sogar der größte in der Region. Schließlich kommen zu den Soldaten auch die Zivilbeschäftigten. Wer so viel investiert, der will bleiben. Sicherlich, die Mehrheit der Soldaten wohnt woanders und pendelt ein. Es gibt aber eine Menge, die zumindest in der weiteren Region wohnen. Und spätestens mit dem Versorgungsbataillon gibt es hochtechnisierte Arbeitsplätze vor Ort, nur eben in Uniform. Junge Leute haben die Bundeswehr als Arbeitgeber längst auf dem Schirm. Und das kann für unsere Region nur gut sein. Insofern trägt jede Investition in der Kaserne zum heimlichen Jobwunder in Uniform bei.
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