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Schweriner Industrie profitiert von Ausbau : Millionen für den Schwarzen Graben

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Der "Schwarze Graben" zwischen Schwerin und Hagenow wird innerhalb der nächsten zwei Jahre für knapp vier Millionen Euro erneuert. Den entsprechenden Förderbescheid übergab Landwirtschaftsminister Till Backhaus.

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erstellt am 29.Aug.2013 | 10:56 Uhr

Toddin | Der "Schwarze Graben" zwischen Schwerin und Hagenow wird innerhalb der nächsten zwei Jahre für knapp vier Millionen Euro erneuert. Den entsprechenden Förderbescheid übergab Landwirtschaftsminister Till Backhaus in dieser Woche an die beiden dafür zuständigen Wasser- und Bodenverbände in Toddin.

Über das Gewässersystem "Schwarzer Graben" werden landwirtschaftliche Flächen und Siedlungsgebiete entwässert sowie Abwässer aus der Kläranlage Schwerin-Süd aufgenommen. Nutznießer des geplanten Ausbaus ist vor allem die Schweriner Abwasserentsorgung SAE. "Denn bei einer künftigen Entwicklung des Gewerbegebietes Göhrener Tannen werden auch die dort anfallenden Abwässer in den Schwarzen Graben eingeleitet", so Umweltminister Backhaus. "Wir treiben den naturnahen Gewässerausbau nicht trotz, sondern gerade wegen des Einfließens wirtschaftlicher Belange voran", sagte er in Toddin. Mit dem Ausbau könnten dann zusätzlich 400 Liter pro Sekunde aus dem Schweriner Klärwerk in den Graben eingeleitet werden. Damit, so das zuständige Planungsbüro, erhöhe sich die Ableitungskapazität auf 1000 Liter je Sekunde.

Laut Andreas Schwebs vom Wasser- und Bodenverband Boize-Sude-Schaale werden noch dieses Jahr die schweren Maschinen bei Kirch Jesar anrollen. Bagger vertiefen den Schwarzen Graben, Raupen schieben Sohlschwellen in den Wasserlauf. Allein auf dem fast zehn Kilometer langen, ersten Bauabschnitt zwischen Hagenow Heide und der A 24 werden 21 Durchlassbauwerke und 20 Fischaufstiegsanlagen entstehen. Sie sollen die Fließgeschwindigkeit minimieren und die Fischdurchgängigkeit gewährleisten. Zu den Brachsen und Brassen, die zurzeit im Schwarzen Graben leben, könnten sich bald auch Fischarten wie Plötze, Döbel und Finte gesellen, so Schwebs.

Im zweiten Bauabschnitt zwischen Alt Zachun und Holthusen werden 15 Durchlässe und sechs Wehranlagen ersetzt. Bei bei der technischen Umsetzung werden die Verbände von der Schweriner Abwasserentsorgung unterstützt, die auch den Eigenanteil von etwa 60 Prozent der Gesamtsumme stellt. "Ein super Deal", findet der Minister. Denn damit würden die Gemeinden nicht zusätzlich belastet. Laut Backhaus werde mit dem Ausbau des "Schwarzen Graben" zum Ende der laufenden Förderperiode eines der größten Vorhaben der naturnahen Gewässerentwicklung in M-V gestartet. Bisher seien im Land etwa 180 Fördermaßnahmen der naturnahen Fließgewässerentwicklung auf rund 430 Kilometern umgesetzt worden. Das Umweltministerium gab dafür etwa 24 Millionen Euro Fördergeld.

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