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Bantiner Bienenzuchtzentrum : Milbe sorgt für Bienen-Massensterben

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Bienenvölker sind in diesem Jahr rar, das weiß der Chef des Bantiner Bienenzuchtzentrums, Dr. Winfried Dyrba, zu genau. Die Varroamilbe hat den Bienenvölkern landesweit seit dem vergangenen Herbst mächtig zugesetzt.

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erstellt am 27.Apr.2012 | 08:16 Uhr

Bantin | Bienenvölker sind in diesem Jahr rar, das weiß der Chef des Bantiner Bienenzuchtzentrums, Dr. Winfried Dyrba, zu genau. Die Varroamilbe hat den Bienenvölkern landesweit seit dem vergangenen Herbst mächtig zugesetzt. Ja man kann sogar von einem Massensterben bei den Völkern sprechen, von 30 Prozent Ausfällen ist die Rede.

Zu den aktuellen Arbeiten im Bantiner Bienenzuchtzentrum gehört deshalb gegenwärtig die intensive Vorbereitung der Zucht. Die Begattungseinheiten, die für den Laien aussehen wie kleine bunte Vogelhäuschen, sind desinfiziert und bereit, in diesen Tagen Königin und Arbeitsbienen aufzunehmen. Nach dem Hochzeitsflug der Königin, die übrigens durch bis zu 30 Drohnen im freien Fluge begattet werden kann, sind die Bienenköniginnen in der Lage, Eier zu legen, um für den Bienennachwuchs zu sorgen.

"Es gibt teilweise drastische Ausfälle bei den Völkern. Im Landesdurchschnitt gehen wir von 30 Prozent aus. Da sind dann Imker bei, die deshalb bereits zum Ende des vergangenen Jahres und zu Beginn dieses Jahres bei uns nach Bienenvölkern nachfragten. Der Bedarf ist aufgrund der Schädigung durch die Varroamilbe so groß, dass wir sie nicht mehr decken können", sagt Dr. Dyrba, der in diesem Zusammenhang auch auf den Diebstahl von Bienenvölkern aufmerksam macht. Selbst dem Bienenzuchtzentrum wurden in Nieklitz sechs der besten Völker entwendet. Die Bedrohung der Bienenvölker durch die Varroamilbe ist eine ständige Gefahr, der sich die Imker landesweit stellen müssen. Der Landesverband der Imker führt deshalb ein Varroamonitoring, eine genaue Beobachtung der Entwicklung, durch. Daraus können Schlussfolgerungen auch für die 30-prozentigen Ausfälle über das Winterhalbjahr gezogen werden.

Dr. Dyrba nennt u.a. als mögliche Ursache für die Entwicklung der Milben die starke Brutentwicklung bei den Bienenvölkern im vergangenen Sommer. Ab Juli wurde beispielsweise auch die Arbeiterinnen-Brut befallen. Das führte zu einer überdurchschnittlichen Vermehrung der kleinen Schädlinge. Aufgrund des kalt-nassen Wetters im vorigen Sommer und Spätsommer mit Temperaturen von teilweise unter 15 Grad Celsius, wirkte offensichtlich die Varroa-Spätsommerbehandlung bei etlichen Bienenvölkern nicht so wie gewünscht. Denn Medikamente, die nach dem Prinzip der Verdunstung funktionieren, wirken deshalb nicht, weil dafür nicht die Bedingungen vorhanden waren, darauf macht Dr. Dyrba zudem aufmerksam. Alle, die sich darauf verlassen haben, mussten dann leider die Ausfälle bei ihren Völkern feststellen. "Neben der Varroamilbe schädigen zusätzlich auch noch Viren die Bienen", macht Dyrba deutlich. Als Ergebnis des 30-prozentigen Verlustes setzen die Imker nun verstärkt auf die Reproduktion ihrer Völker, was zu Lasten der Honigproduktion geht. Also kann man sich darauf einstellen, dass im Sommer weniger Honig als in den vergangenen Jahren zu bekommen sein wird.

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