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Strohkirchen : Metallteile fliegen aus der Erde

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Teurer Kabelbrand auf Photovoltaikanlage bei Jasnitz. Knapp 30 Kameraden im Groß-Einsatz. Sogar das Löschwasser brodelt

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2017 | 20:45 Uhr

„Das ist schon grenzwertig“, meint Einsatzleiter Holger Hille von der Feuerwehr Picher. In mehreren Erdlöchern vor ihm brodelt das Löschwasser, aus einem anderem kommt eine Feuerfontäne und immer wieder fliegen verschmorte Metallteile aus dem Boden. Wahrscheinlich Aluminium, so die Kameraden. Gestern Mittag gegen 13.30 Uhr wurden sie informiert, dass es eine Rauchentwicklung in der Photovoltaikanlage an der Bahnstrecke zwischen Strohkirchen und Jasnitz gibt. Offenbar hatte ein Lokführer den Rauch während der Vorbeifahrt gesehen und den Notruf gewählt. Sofort wurden die Feuerwehren in Strohkirchen, Picher, Ludwigslust und Hagenow alarmiert und rückten mit gut 30 Kameraden aus.

Und schon die Anfahrt zum Einsatzort gestaltete sich schwierig. Zu der ca. acht Hektar großen Anlage führt keine befestigte Straße. Die Feuerwehren mussten sie über aufgeweichte Waldwege anfahren - zu viel für einen der schweren Wagen, er blieb stecken. Genauso, wie ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Hagenow. Die Kameraden hatten versucht über den Acker an die Anlage zu gelangen und fuhren sich ebenfalls fest.

Feuer, Rauch und verschmortes Metall am Brandort.
Feuer, Rauch und verschmortes Metall am Brandort.
 

Direkt vor Ort dann das nächste Problem: „Wir mussten erstmal schauen was hier brennt. Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Kabelbrand unter der Erde handelt. Einen Gasbrand schließen wir aus“, erzählt Holger Hille. Dabei wird die Arbeit der Kameraden dadurch erschwert, dass offenbar keine Leitungspläne der Anlage vorliegen, und auch die Telefonnummern der Ansprechpartner sind veraltet. So dauert es eine Weile bis die Feuerwehrleute einen Verantwortlichen zur Anlage rufen können. Denn wirklich löschen können sie den unterirdischen Kabelbrand erst, wenn die Anlage abgeschaltet ist. Bis dahin bringt der Strom, den die Solarpanele produzieren, das Löschwasser zum Kochen und der Brand weitet sich weiter aus. Wie viel Schaden dadurch verursacht wird, ist noch nicht abzuschätzen. Für den Betreiber wird der Vorfall wohl nicht billig werden. Erreichbar für eine Stellungnahme ist er gestern jedenfalls nicht.

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