Bürgermeisterwahl Hagenow : „Meine Tür wird immer offen sein“

Thomas Möller bei der Stimmabgabe am vergangenen Sonntag.
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Thomas Möller bei der Stimmabgabe am vergangenen Sonntag.

Hagenows neuer Bürgermeister dankt seinen Wählern. Die CDU hofft auf eine faire Zusammenarbeit nicht nur in der Vertretung.

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15. Juni 2015, 21:00 Uhr

Seit Sonntag Abend ist das Leben für Thomas Möller ein anderes geworden. Der Ansturm auf das Handy und das Facebook-Profil des neu gewählten Bürgermeisters war so groß, dass selbst der bekennende Handy-Junkie das Gerät lautlos stellte. Zu denen, die ihm noch am Abend gratulierten, gehörte auch Dietmar Bartsch von den Linken. Glückwünsche kamen aber auch per Netz von den Linken aus Niederbayern. Der Sieg eines linken Kandidaten bei einer Kommunalwahl sorgt immer noch bundesweit für Aufsehen.

Es war ein tiefes Gefühl der Freude, der Zufriedenheit, das bei der improvisierten Feier der Linken beim Hagenower „Griechen“ zu spüren war. Von Triumph keine Spur, auch die Gegenseite habe hart um die Wählergunst geworben. Thomas Möller konnte es selbst Stunden danach noch nicht richtig glauben. „Das muss erst einmal ankommen bei mir“, gestand er. Seinen bisherigen Chef im Amt Boizenburg-Land rief er noch am Abend an. Der muss sich nun ab November einen neuen Mitarbeiter in seiner Verwaltung suchen.

Ganz anders die Stimmung im „Roseneck“, dem heimlichen Hauptquartier der CDU-Fraktion. Traurig, aber gefaßt, so ließ sich die Lage dort am späten Wahlabend zusammenfassen. Zu deutlich war der Abstand zum Sieger, zu groß die Enttäuschung, das selbst von den eigenen Wählern etliche nicht wählen waren. Offiziell las sich das dann von Seiten des CDU-Landesvorstandes so: „Trotz eines intensiven und sehr guten Wahlkampfes ist es uns nicht gelungen, die Wähler erneut davon zu überzeugen, dass Dietmar Speßhardt mit der CDU der bessere Weg für eine weitere erfolgreiche Zukunft für Hagenow gewesen wäre“, erklärte Lorenz Caffier und gratulierte dann auch dem Wahlsieger.

Die CDU in Hagenow schockte vor allem der recht große Abstand von 651 Stimmen, fast alle hatten mit einem engeren Ergebnis gerechnet. Dietmar Speßhardt nahm das alles äußerlich gefasst auf. Er habe Thomas Möller nun um eine faire und sachliche Zusammenarbeit im Rahmen der Stadtvertretung gebeten. Das kam auch beim Wahlsieger gut an, wie er SVZ verriet.

Am Wahltag selbst fiel vor allem das große öffentliche Interesse bei der Auszählung der Stimmen auf. Die Wahlhelfer hätten nicht die Spur einer Chance auf Manipulation gehabt, so viele Anhänger aus beiden Lagern umringten die öffentliche Auszählung. Schauten allen genau auf die Finger. Wenig später, bei der Präsentation der Wahlergebnisse, konnt das Foyer des Rathauses die Zahl der Neugierigen kaum fassen. Und es waren nicht nur die Wahlhelfer der beiden Kandidaten gekommen, um die Entscheidung über den neuen Bürgermeister live mit zu erleben.

Thomas Möller bedankte sich gestern Nachmittag ganz offiziell bei „allen Wählern, die mir Ihre Stimme gegeben haben und ich freue mich sehr, dass ich neuer Bürgermeister meiner Heimatstadt sein darf. Ich möchte Bürgermeister für alle Hagenower sein. Im Amt werde ich zuerst mit den Mitarbeitern beraten, wie wir die Verwaltung noch effizienter und bürgernäher machen können. Schnellstmöglich wird es in den Stadt- und Ortsteilen Einwohnerversammlungen geben. Und selbstverständlich setze ich mich auch mit Unternehmern, Vereinen und Verbänden zusammen. Meine Tür wird immer offen sein.“

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