Strand Zarrentin : Mehr Sicherheit für Badegäste

Jörg Schoch (l.) und Dirk Nickemann können mit dem speziell entwickelten Unterwasserstaubsauger den Boden in einer Tiefe von zehn bis 15 Zentimetern von Unrat befreien.
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Jörg Schoch (l.) und Dirk Nickemann können mit dem speziell entwickelten Unterwasserstaubsauger den Boden in einer Tiefe von zehn bis 15 Zentimetern von Unrat befreien.

Spezialfirma beendet flächendeckende Absaugung des Bodenbereiches in der Nichtschwimmerzone am Zarrentiner Strand

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24. Mai 2017, 08:00 Uhr

Mit ihrer schwimmenden Absaugvorrichtung sorgen die drei Spezialisten des Hamburger Umweltservice „sasiba“ am Dienstag für Aufsehen am örtlichen Badestrand. Für Zarrentin ist es eine Premiere.

„Wir beugen Unfällen vor, indem wir den Boden beziehungsweise das Sediment direkt im Nichtschwimmerbereich gründlich und flächendeckend von scharfen, spitzen oder anderen gesundheitsgefährdenden Gegenständen säubern“, erklärt Jörg Schoch, der Chef der Firma und Erfinder des Verfahrens. Er habe mehrere Jahre in den USA gelebt und sich später ein Metallsuchgerät von dort mitgebracht, berichtet der 55-Jährige im SVZ-Gespräch. Als er eines Tages beim Baden in einem See selbst auf einen Nagel getreten sei, habe ihn das schmerzhafte Erlebnis zum Nachdenken gebracht. „Also habe ich so lange herumgetüftelt, bis ich diesen Staubsauger für Unterwasser entwickelt hatte. Mit verschiedenen Saugköpfen können wir so zehn bis 15 Zentimeter des Bodens durchsieben und alles herausholen, was dort nicht reingehört. Wie beispielsweise Scherben, spitze und scharfkantige Blechreste, Angelhaken, Einwegspritzen, Kronkorken, rostige Nägel oder Batterien, um nur einiges zu nennen.“

Andreas Krüger zeigt gefährlichen Müll, der gestern aus dem Nichtschwimmerbereich am Badestrand gesiebt wurde.
Thorsten Meier
Andreas Krüger zeigt gefährlichen Müll, der gestern aus dem Nichtschwimmerbereich am Badestrand gesiebt wurde.

Zusammen mit Andreas Krüger, dem Mitgesellschafter, und Dirk Nickemann, einem befreundeten Mitarbeiter, zieht der Lübecker seit 2014 durch Norddeutschland. „Es gibt deutschlandweit etwa 2500 registrierte Badestellen, die Dunkelziffer bewegt sich jedoch um die 30 000“, erklärt Schoch, der bei etlichen Kommunen bereits unter Vertrag stehe, wie er gegenüber der Redaktion betont. Pro Tag schaffe sein kleines Unternehmen, das für „sauber sicher baden“ stünde, zwischen 600 bis 800 Quadratmeter, je nach Untergrund des jeweiligen Gewässers. Das ganze Verfahren sei europaweit wohl einzigartig, hebt der Unternehmer stolz hervor. Am Schaalsee ist das Trio nun seit Dienstag fertig.

Für Bürgermeister Klaus Draeger kann die Steigerung der touristischen Attraktivität des Schaalsees nicht weit genug gehen. „Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit sind uns besonders wichtig. Diese drei Faktoren gelten besonders für unsere kleinsten Badegäste im Nichtschwimmerbereich. Unser Badestrand ist ja schließlich auch ein wichtiges Aushängeschild für die Stadt. Gefahrloser Freizeitspaß soll dort für alle gewährleistet sein.“

Ähnlich sieht es der Vize-Bürgermeister Hermann Cechini. „Die Sicherheit aller Badegäste hat oberste Priorität. Außerdem wird so auch die DLRG, also die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. vor Ort, entlastet.“

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