Landwirtschaft : Mehr Lebensmittel für die Welt

Bei den Konics: Jürgen Niederhoff (v.l.n.r.), Johannes Prüter, Alberto Yanosky mit seiner Frau und Holger Kray
Bei den Konics: Jürgen Niederhoff (v.l.n.r.), Johannes Prüter, Alberto Yanosky mit seiner Frau und Holger Kray

Holger Kray und Alberto Yanosky sprachen im Archezentrum über die Herausforderungen an Landwirtschaft und Naturschutz

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10. August 2015, 14:18 Uhr

Mit einem kräftigen „Moin“ begrüßte Dr. Holger Kray die zahlreichen Besucher im Archezentrum und zeigte damit, dass er aus Norddeutschland stammt. Heute arbeitet er als Agrarökonom in Washington für die Weltbank. Mit ihm gekommen war Dr. Alberto Yanosky, der in Paraguay ein führender Vertreter einer nicht staatlichen Naturschutzorganisation ist. Die Besucher waren ins Archezentrum gekommen, um einen Vortrag der beiden zu hören. Kray und Yanosky wollten zum Thema Landwirtschaft und Artenvielfalt zu sprechen.

Den Anfang machte Holger Kray, in dem er aufzeigte, wie in den nächsten Jahrzehnten mit dem dramatischen Anstieg der Weltbevölkerung auch die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten stark ansteigen werde. Eine große Rolle spiele die Landwirtschaft auch beim Thema Klimaschutz, denn 25 Prozent des schädlichen CO2-Ausstoßes kämen aus der Landwirtschaft, zum Beispiel auch durch die Rodung von Regenwald, wie sie in Paraguay geschehe.

Hier setzt Alberto Yanosky ein, der mit beeindruckenden Fotos und Kartenmaterial aufwartete. Seine Organisation belegt mit Hilfe von Satellitenbildern, wie viel Regenwald in jedem Monat verloren geht. Allein für sein Land Paraguay sind das täglich 1500 Hektar. Paraguay produziert sehr viel Sojabohnen, die überwiegend exportiert werden. „Umweltschutz spielt von Seiten der Regierung bei uns keine Rolle“, so Yanosky. Die beste Option, die seine Organisation habe, sei es, Land zu kaufen, um es dann unter Schutz zu stellen. Es gibt aber auch mit Uruguay ein Beispiel, wo ein südamerikanisches Land das Ruder herumgerissen habe, so Holger Kray. Hier habe man verstanden, dass nur der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit verhindere, dass die Armut noch größer werde.

Das Publikum hatte interessiert zugehört, fragte im Anschluss, unter anderem auch nach der Rolle der Weltbank. Die soll die wirtschaftliche Entwicklung von Entwicklungsländern fördern, Armut bekämpfen und die Umwelt schützen, war und ist aber immer wieder auch in der Kritik (die Süddeutsche Zeitung hat im Frühjahr 2015 mehrere Beiträge veröffentlicht). Holger Kray sieht seine Aufgabe darin, in der Politik ein Bewusstsein für nachhaltiges Wirtschaften zu schaffen.

Eine Besucherin meinte beim Rausgehen ernüchtert: wenn wir in Europa unser Konsumverhalten ändern, weniger Fleisch essen, auf Regionalität der Lebensmittel achten, dann hat das global gesehen wohl so gut wie keinen Einfluss.“

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