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Abwasserzweckverband Hagenow : Mehr Kapazität im Klärwerk

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Der Abwasserzweckverband Hagenow investiert derzeit in die Erweiterung der Kläranlage in Hagenow. Der Ausbau werde benötigt, um den wachsenden Anforderungen Rechnung zu tragen, so Verbandsvorsteher Dieter Quast.

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2013 | 10:21 Uhr

Hagenow | Der Abwasserzweckverband Hagenow und Umlandgemeinden investiert derzeit in die Erweiterung der Kläranlage in Hagenow. "Wir brauchen den Ausbau, um den wachsenden Anforderungen, die sich durch die industriellen Einleiter aus dem Hagenower Gewerbegebiet ergeben, Rechnung zu tragen. Letztendlich stärken wir damit aber auch die Wirtschaftskraft in der Hagenower Region", sagte Verbandsvorsteher Dieter Quast gestern im Gespräch mit SVZ.

Mit einem Gesamtkostenumfang von rund 1,6 Millionen Euro von denen 890 000 Euro hauptsächlich mit EU-Mitteln gefördert werden sollen, wurde bisher eine 1150 Meter lange neue Druckrohrleitung aus dem Hagenower Gewerbegebiet Steegener Chaussee zur Kläranlage gelegt. Weiterhin ließ der Verband ein neues Pumpwerk, ebenfalls in der Steegener Chaussee, errichten, um das Schmutzwasser zu transportieren. Für diese beiden Vorhaben, die so gut wie abgeschlossen sind, war im Oktober 2012 der Baubeginn. Der vorzeitige Vorhabenbeginn wurde genehmigt, die Fördermittel werden erwartet.

Gegenwärtig konzentrieren sich die Bauleute aus Bevenstedt, Bremen und Kavelstorf auf das zweite Teilobjekt, das sich auf dem Gelände der Kläranlage in Hagenow befindet. Dort entsteht nämlich ein 410 Kubikmeter großes Speicherbecken, das im August in Betrieb gehen soll. Die Arbeiten begannen vor kurzem. "Bereits in den vergangenen Jahren war die Hagenower Kläranlage am Rande der Belastungskapazität. Während dabei die kommunalen Einleiter relativ stabil blieben, hat sich die Schmutzfracht aus den Lebens- und Genussmittel verarbeitenden Unternehmen in Hagenow erheblich erhöht. Weil also bei Industrie- und Gewerbeabwasser ein mächtiger Zuwachs zu verzeichnen war, entschloss sich der Verband zur Erweiterung", sagte Jens Flaig. Er ist Abteilungsleiter bei den Stadtwerken Hagenow, die den Betrieb der Kläranlage führen.

Aufgrund der neuen Druckrohrleitung gelangt dann im Sommer mengenmäßig mehr Industrieabwasser zunächst in ein neues Speicherbecken, das gegenwärtig noch im Bau ist, um das Abwasser dann betriebsintern auf dem Gelände der Kläranlage zu den verschiedenen Anlagen zu leiten.

"Ein Hauptaugenmerk legen wir darauf, dass mengenmäßig mehr Abwasser anaerob, also unter Luftabschluss, vorgereinigt werden kann", sagt Jens Flaig weiter. "Die Vorreinigung des Industrieabwasser erfolgt dabei in unserem modernen Hochleistungsreaktor. In einem geschlossenen Kreislauf wird dabei die Schmutzfracht vorgereinigt, außerdem entsteht Biogas. Über drei Blockheizkraftwerk verwerten wir das Gas, produzieren Strom, den wir auf der Kläranlage verbrauchen und leiten die überschüssige Elektroenergie ins Netz ein", erläutert Thomas Zahn, Meister in der Kläranlage. Mit dem Gesamtprojekt erhöht sich nach den Worten von Jens Flaig der Industrieabwasseranteil in der anaeroben Vorbehandlung, die Belebungsstufe wird dadurch entlastet, und Strom wird eingespart. Damit versetzt der Abwasserzweckverband die Kläranlage in Lage, den steigenden Anforderungen im Hinblick auf die Klärung von Industrieabwasser besser gerecht zu werden.

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